29. November 2014 – VDP.Lange Nacht der offenen Weinkeller 

Zu Gast: Weingut Clemens Busch, Pünderich/Mosel, Weingut Meyer, Heuchelheim-Klingen, Weingut Ökonomierat Rebholz, Siebeldingen Live Musik mit Tom & Maria – Kulinarisches aus unserem Gutssrestaurant Spinne  Nähere Infos  über die gesamte Veranstaltung des VDP www.vdp-pfalz.de

 

 

8. Oktober 2014   – Geschafft!

Gestern haben wir die letzten Trauben wohlbehalten in das Kelterhaus gebracht. „Ende gut alles gut“ können wir voller Dankbarkeit sagen. So eine Weinlese ist stets von Hoffnungen und Sorgen geprägt.  Die Sorge um die neu aufgetreten Kirschessigfliege – befällt sie die Pinots oder gar den Riesling – aber auch die kräftigen Niederschläge des Spätsommers und gar mitten in der Lese ließen uns so manche Nacht unruhig schlafen und man hat schon den Eindruck, dass es nicht einfacher geworden ist immer die richtige Entscheidung zu treffen. Eine gute Nachricht, wir hatten keinerlei Problem mit der Kirschessigfliege. Die Weißwein Trauben mag sie überhaupt nicht und auch unsere Spätburgunder bleiben völlig verschont. Wir sind uns dabei sicher, dass auch unsere biodynamische Wirtschaftsweise mit den belebten Weinbergen einer der Schlüssel hierfür ist. So ein harmonischer Lebensraum lässt einfach eine solch explosionsartige Vermehrung einer Spezies nicht so leicht zu. Doch waren wir an der Mittelhaardt auch in diesem Sommer vom Wetter begünstigt. Deutlich geringere Regenfälle und eine frühere Reife erlaubten uns alle Weinberge mit gesunden und reifen Trauben zu lesen. Natürlich kommt uns dabei auch die Erkenntnis gelegen, dass ein harmonischer Weinberg mit physiologisch Reifen Trauben auch bei 90 – 94 ° Oechsle schon große Komplexe Weine mit weniger Alkohol hervorbringen kann und die Hilfe der fleißigen und sachkundigen 28 Handleser. Ohne sie wären diese Weine nicht möglich, denn ohne eine schlagkräftige, selektive Handlese war man in diesem Jahr verloren. So liegen nun in unserem Keller die aus kerngesunden Trauben gepressten Moste der VDP.Ersten und VDP.Grossen Lagen und beginnen nach und nach die Gärung mit den Hefen aus unseren Weinbergen. Wir sind gespannt und erfreut zu gleich.

 

30. September 2014 – Ein langer Endspurt!

Was schon abzusehen war, die Reife schreitet sprunghaft voran. Jetzt zeigen sich doch die Folgen der Niederschläge vom vorletzten Wochenende. Noch vor ein paar Tage dachten wir, dass sie vielleicht ausbleiben würden. Doch die Trauben werden schneller reif und durch den Innendruck sieht man die ersten bräunlichen Flecken unter der noch völlig intakten Beerenhaut. Untrügliche Anzeichen des in ca. 5-8 Tagen bevorstehenden Aufplatzens der Beeren, die dann wenige Tage später in Botrytis übergehen. Wenn ich die Nachrichten um uns herum richtig deute, sind dennoch fast auf einer Insel der Glückseligen. Kein Nebel, ganz schönes Wetter und vor allem schon erntereife Trauben. Da wir unsere großen Weine ohne Botrytiseinfluss erzeugen wollen und kein Interesse an größeren Mengen edelsüßer Weine haben, gilt es nun zum langgezogenen Endspurt anzusetzen, um der Botrytis zuvor zu kommen. Zum Glück sind die Trauben schon richtig reif und wir schon weit fortgeschritten und so werden wir dieses Rennen sicher gewinnen. Es zeigt sicher immer mehr wie eng das Fenster zur Lese wird. Wenn wir früher oft über 5-7 Wochen in der Lese waren, konzentriert sich diese heute oft auf 3 Wochen. Noch 5-7 Lesetage stehen vor uns und so geht es seit gestern  zum ersten Mal an die Lese der VDP.Ersten und VDP.Grossen Lagen. Begonnen haben wir im Kapellenberg in Gimmeldingen, weiter ging es in den Mandelgarten und dann erstmals in den Idig. Mostgewichte um die 93°Oechsle und moderate Säuren sind schon fast eine Punktlandung. Weiter geht es heute im Idig und dann in den Reiterpfad. Vollreife, kerngesunde Trauben erhöhen unsere Vorfreude auf den Jahrgang. Es bleibt spannend bis zur letzten Minute.  

27. September 2014 – Es geht mit großen Schritten voran

Wie jedem Jahr ist die Weinlese auch 2014 von hoffen und Bangen geprägt. Nach den doch etwas kräftigeren Regenfällen vom letzten Wochenende wurden wir schon ein wenig unruhig. Wie werden die Trauben reagieren? Nehmen sie das Wasser so auf, dass sie platzen? Natürlich haben wir gelernt Gelassenheit an den Tag zu legen. Ändern können wir ohnehin nichts. Nur gerüstet können wir sein und schlagkräftig, und das sind wir nach den Erfahrungen der letzten Jahre.So sind wir Anfang der Woche von der Vorlese, bei der wir alle frühreifen und schon fäulnisverdächtigen Trauben aus den Weinbergen entnehmen zur Volllese übergegangen. Mit unseren über dreißig erfahrenen Handlesern kommen wir nun jeden Tag ein ganzes Stück voran. Die Spät-, Grau und Weissburgunder sind schon alle eingebracht. Reif, jedoch nicht überreif und mit feiner Fruchtsäure liegen Sie im Keller oder in den Maischebottichen zur Gärung. Sehr vielversprechend. Was unser Gut betrifft können wir erleichtert feststellen, dass die aufgeregte Diskussion um die Kirchessigfliege in der Realität unserer Weinberg glücklicherweise nicht angekommen ist. Sorgfältige Weinbergsarbeit und die artenreiche Vegetation und Pflanzenwelt scheinen uns davor bewahrt zu haben. Nun geht es mit großen Schritten an die Rieslinglese. Die Gutsweine sind auch schon komplett geerntet. Vollreif mit feiner nicht zu hoher Säure und moderaten Zuckerwerten versprechen sie wieder leichte, fruchtige Eleganz und Mineralität.  Die ersten Ortsweine aus Rupperstberg und Gimmeldingen liegen bereits im Keller und ab Montag beginnen wir mit unseren Ersten Lagen. Goldgelb und fruchtig intensiv versprechen die Trauben einiges. Sie sind wieder auf dem Weg für einen großen Jahrgang und erblicken das Ende des Tunnels. Noch ca. 7 Lesetage stehen uns bevor, die bei dem vorhergesagten guten Wetter einen Freude sein sollten.  

19. September 2014 – Beginn der Riesling Vorlese

In dieser Woche sind wir jetzt schon ein schönes Stück vorangekommen. Grauburgunder und St. Laurent sind komplett im Keller. Mit Spätburgunder und Weissburgunder VDP.Gutsweinen haben wir begonnen und schon schöne Qualitäten im Keller.   Gestern haben wir nun mit der Vorlese unserer VDP.Ersten und VDP.Grossen Lagen begonnen. Trotz aller Sorgfalt gibt es die ein oder andere Traube die in Blätter oder Drähte gewachsen ist oder so dicke Beeren hat, dass sich einzelne abdrücken und so ein Botrytisnest entsteht. Diese Trauben schneiden wir komplett heraus und trennen dann die gesunden Beeren ab. Aus diesen wird dann der erste Most für unseren Riesling VDP.Gutswein gepresst. Das Ergebis ist sehr erfreulich und wird mit fast 85° Oechsel und moderater  Säure eine gute Basis für die später gelesenen Säure ärmeren Gutsweine bilden. Die gesunden Trauben bleiben nun noch zwei bis drei Wochen hängen um die kühlere längere Reifephase auszukosten. Wir profitieren wieder sehr von der früheren Reife der Mittelhaardt und vor allem von der trockner Lage im Regenschatten des Haardtgebirges.

17. September 2014 – Die Lese hat begonnen.

Am Montag hat bei uns die Weinlese 2014 begonnen.  Der komplette Saint Laurent und die ersten Spätburgunder sind schon in unserem Keller. Bis jetzt sind wir mit den Ergebnissen schon sehr glücklich. Die Trauben sind sehr gesund, mit normalen Erträgen und pikanten Säurewerten und dies bei einer wesentlich höheren Grundreife als 2010 oder 2013 – das stimmt uns alles sehr positiv. Gleichzeitig ist es schon bemerkenswert welche Dynamik bestimmte Themen erhalten können. Die Drosophila suzukii, die aus Asien eingewanderte Kirschessigfliege hält den deutschen Weinbau zumindest verbal fest im Griff und hat es sogar auf die Titelseite der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung geschafft. Natürlich ist das ein Thema und auch eine neue Gefahrenquelle, die man im Auge haben muss. Doch zeigt sich, dass Weinberge mit guter Laubarbeit und sorgfältigem Pflanzenschutz nahezu überhaupt nicht betroffen sind. Tatsächlich konzentriert sich das Problem auf Sorten wie Portugieser und Dornfelder, die ohnehin mit dem Klimawandel zu kämpfen haben. Zu frühe Reife und zu pralle Beeren führen immer häufiger zum frühzeitigen Aufplatzen der Beeren und zum Fäulnisbefall.  Zum Glück ist das nicht unser Problem. Vielleicht hilft uns auch wieder der biodynamische Anbau, der auf eine große Artenvielfalt auch der Insekten setzt und nicht so leicht die Ausbreitung und Dominanz einzelner Arten zulässt. Die Fliege interessiert sich ohnehin nur für rote Trauben, so dass wir mit großer Freude und Zuversicht der Rieslinglese entgegensehen. Die Rieslingweinberge zeigen sich sehr gesund und schon fast vollreif. Trotz des frühen Zeitpunkts schmecken die Trauben schon sehr aromatisch und haben ein pikante Säure. Wirklich alles sehr vielversprechend…  

2. September 2014 – Die Ernte ist in Sicht

Ja, es sieht gut aus in den Weinbergen. Die Trauben färben sich mehr und mehr, und ein zartes Gelbgold verdrängt das Grün der Rieslingbeeren. Noch ist keinerlei Fäulnis in Sicht. Auch ist der  Wasserdruck bei uns nicht allzu groß. Die trockene Lage im Regenschatten der Haardt hat sich ein weiteres Jahr als Segen für die Mittelhaardt erwiesen. Die Trauben sind meist locker und noch sehr fest. Die Süße ist auf einem Niveau wie 2011 und 2012 bei einer wesentlich höheren im Moment noch fast grasigen Säure. Eine Säure wie 2013, 2008 oder 2004 in Verbindung mit einer wesentlich höheren Grundreife. Wenn das nicht vielversprechend ist? Noch ist Zeit und die wollen wir den Trauben auch lassen – doch gleichzeitig laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. In dieser Woche werden die Spätburgunder und Saint Laurent VDP.Gutsweine abgefüllt. Dann steht alles im Zeichen der neuen Weinlese. Fässer und Tanks werden geputzt. Die Keltern und Herbstgerätschaften gerichtet und mehr und mehr ordnet sich alles der Weinlese unter.  Die Erntehelfer sind für den 15. September bestellt. Jetzt wird es also bald wieder beginnen. Wir freuen uns drauf!

28. Juli 2014  – Die Reife schreitet voran.

Bislang können wir uns aus Winzersicht kaum beklagen. Der Sommer entwickelt sich prächtig und mit ihm unsere Reben. Als man die  Trockenheit zu fürchten begann, kam prompt der nächste Regen. Mittlerweile sind wir ausreichend versorgt, so dass wir auch längere Trockenperiode gut überstünden. Es ist schon verrückt wie man ganz plötzlich merkt, dass die nächste Weinlese schon kurz vor der Tür steht. Sicher werden wir in zwei Monaten mitten in der Lese sein. Die meisten Arbeiten im Weinberg sind auch schon abgeschlossen. Die Laubwände sind gut gepflegt und die Trauben hängen locker im Halbschatten. Dieser Tage wird letztmals der Boden bearbeitet und die Winterbegrünung eingesät. Zunächst steht dann aber der Sommerurlaub an, worauf sich die ganze Familie schon freut. Gut erholt wird sich dann Mitte August der Blick nochmals auf den Keller richten. Die letzten 2013er werden auf die Flaschen gezogen und die Fässer und Keltern für die Ernte vorbereitet. Ein großartiges Ereignis steht dann noch am 30. August bei uns in Keller und Garten an: die Erstverkostung der Grossen Weine zusammen mit den befreundeten Weingütern Ansgar Clüsserath (Trittenheim/Mosel), Ökonomierat Rebholz (Siebeldingen/Pfalz), Schäfer-Fröhlich (Bockenau/Nahe) und Wittmann (Westhofen/Rheinhessen), bei der es sicher ein paar der allerbesten Weine des Jahrgangs erstmals zu verkosten gibt. Umrahmt wird das Ereignis mit Köstlichkeiten vom Grill aus dem Hause Otto Gourmet, zubereitet vom Team unseres Guts-Restaurants „Spinne“.  Wir würden sehr freuen Sie zu sehen.

3. Juni 2014   – Die Blüte steht kurz bevor

Nach dem milden Winter und warmen Frühling hatten wir einen der frühesten Austriebe seit 1959. Doch dann kühlte es merklich ab und der Mai wurde seinem Namen als Wonnemonat nicht gerecht. Die niedrigeren Temperaturen bremsten die Rebentwicklung spürbar. Nach und nach fangen nun die Weinreben an zu blühen.  In besonders warmen Ecken und vor allem bei den vorwitzigen Burgunderreben zeigt sich schon die Blüte in vollem Umfang. Terminlich sind wir dabei jedoch wieder auf einem Niveau mit den Jahren 2000, 2003 und 2009 durchaus warmen und reifen Jahren aber auch mit 2008 einem späteren, kühleren und schließlich auch säurebetonteren Jahr.  Daran kann man gut sehen, dass alles Unken und vorwitziges Gerede um den Weinjahrgang unsinnig ist, da die nachfolgende Witterung alles nochmals ändern kann. Gleichwohl ist der Blütezeitpunkt durchaus eine wichtige Wegmarke, da man gewöhnlich die Reife der Trauben nach 100- 110 Tagen erwarten darf und so ein Rückschluss auf einen Lesebeginn Mitte September möglich erscheint. Gerade in der letzten Woche war auch der Einfluss des Klimawandels auf den Rieslinganbau Gegenstand eines Vortrags auf dem Internationalen Riesling Symposium im Rheingau, bei dem Rieslingerzeuger aus der ganzen Welt zum Erfahrungsaustausch zusammentrafen. Unsere australischen Kollegen haben eine gewaltige Erfahrung mit fast wüstenartigen Bedingungen beim Rieslinganbau und so haben sie eine Reihe von Verfahren entwickelt, um die Reife der Trauben zu verzögern. Dies steht im Gegenzug zu den Bemühungen der deutschen Winzer, die jedenfalls bis Mitte der 80er Jahre noch mit 2-3 Jahrgängen zu kämpfen hatten, in denen die Trauben bis zum Schluss nicht richtig reif wurden. Es wurden dabei einen Reihe von Maßnahmen diskutiert, die auch uns in der Pfalz helfen können in frühreifen Jahren die Reife ein wenig zu verzögern. Wir werden in diesem Jahr die Reduzierung der Laubwandhöhe in ausgewählten Teilen von Weinbergen austesten, um so die Lese im Oktober zu halten. Wir werden über den Ausgang berichten.

 

Probiertage  2014   - Präsentation des neuen Jahrgangs

Es ist immer aufregend  für uns alle Ihnen den  neuen Jahrgang vorzustellen. Das Ergebnis der Arbeit eines ganzen Jahres steht auf dem Tisch… Am Wochenende nach Christi Himmelfahrt, am Freitag, den 30. Mai 2014 von 13 -17 Uhr  und  Samstag, den 31. Mai 2014 von 11 – 17 Uhr wollen wir Ihnen den Jahrgang 2013 präsentieren.  (Um Anmeldung wird gebeten.) Natürlich haben wir die Weine schon häufig selbst probiert, dann zunächst im befreundeten Kollegenkreis und schließlich auf den Fachveranstaltungen wie der Prowein und der Mainzer Weinbörse  vorgestellt.  Die vielen, fast schon euphorischen Rückmeldungen und Glückwünsche  machen uns sicher, dass auch Sie mit unserer Arbeit zufrieden sein werden. Dennoch bleibt eine gewisse aufregende aber auch belebende Anspannung. Der 2013er ist gerade hier an der Mittelhaardt besonders gelungen. Frisch belebend und leicht im Alkohol zeigt er sich dennoch komplex und elegant – die fantastische Mischung, die deutschen Wein schon immer auszeichnete. Wir haben gelernt, dass die Trauben vollreif doch auf keinen Fall überreif sein dürfen,  um so eine klare Textur und Handschrift zu haben.   In zwei Vertikalproben –  am Freitag um 14 Uhr und Samstag um 16 Uhr – stelle ich Ihnen in kleiner Runde von 16 Personen  jeweils drei Jahrgänge aus drei VDP.Grossen Lagen vor, um Ihnen die Alterungsfähigkeit unserer Weine zu zeigen und Sie zu ermuntern die Grossen Gewächse nicht zu früh zu öffnen. Leider sind die beiden Proben schon ausgebucht. Wir merken Sie jedoch gerne auf der Warteliste vor und wissen aus der Vergangenheit, dass kurzfristig immer noch der eine oder andere Platz vakant wird.   Wir freuen uns auf Ihren Besuch und Ihre persönliche Meinung zum neuen Jahrgang.   Ihr Steffen Christmann mit Familie und Mitarbeitern  

 

17. April 2014    -   Der Austrieb ist so früh wie selten! 

Die Entwicklung der Reben schreitet voran. Der Austrieb der Reben erfolgte schon um den 22. März 2014.  So früh war die Entwicklung in den letzten Jahren nur 1990 und 1997, die ja  alles andere als schlechte Jahre waren… In den letzten Tagen verlangsamte sich die Entwicklung durch die Kälte doch sehr und so sind manche Weinberge noch nicht weit über den Austrieb hinaus, während andere schon die Blütengescheine zeigen. Nun steht das Ausbrechen an. Die neben der Hauptknospe angelegten Beiaugen, die es vor allem bei den Burgundereben gibt, müssen entfernt werden, da sonst der Ertrag zu hoch und die Laubwand zu dicht wird.  Ebenso gilt dies für die Ausschläge am Stamm. Noch haben wir damit gewartet, da wir gerade  an den letzten beiden Tage doch haarscharf am Frost vorbeigeschrammt sind. Wenige Grade kälter und es wäre um das junge Grün geschehen. Zum Glück haben wir fast keine bedrohten Weinberge, da die Schäden meist nur in Senken und unteren Lagen auftreten. Doch schon ein Gebüsch kann dazu führen, dass sich davor die Kaltluft staut. Es bleibt noch ein paar Wochen spannend. Die erste gefährliche Phase scheinen wir jedoch ohne Schaden hinter uns gebracht zu haben. Gleichzeitig geht es weiterhin auch im Keller arbeitsintensiv mit Abstich, Filtration und teilweise auch schon mit der Abfüllung weiter. Gestern war die erste Jungweinprobe im Kreis der VDP.Kollegen. Die Großen Gewächse standen unfertig wie sie sind zu einer ersten Sichtung an. Was da zu probieren war, macht Lust auf mehr. 2013 ist ein Jahr der Pfalz und unsere Wein konnten sich bestens schlagen. Und dann sind da noch die vielen Präsentationen, die jetzt anstehen. Es ist immer spannend und eine Freude die Reaktion unserer Kunden auf den neuen Jahrgang zu beobachten. Die Anerkennung von ihnen wiegt höher als jedes andere Lob.

5. März 2014  -  Der Frühling zieht ein!

An der Weinstraße stehen die Mandelbäume in schönster Blüte!  Nutzen Sie die Gelegenheit und kommen uns besuchen! Vielleicht am kommenden Samstag, dem 8. März 2014, wo sie zwischen 10h und 16 h unsere Gutsweine in einer Jungweinprobe verkosten können.   So unterschiedlich können die Jahre sein: Der letzte Winter zog sich bis in den April und war der zweite wirklich harte Winter in Folge. So lange kalt war es hier schon viele Jahre nicht mehr. In diesem Jahr erleben wir das krasse Gegenteil: Einen mediterranen Winter. An der Weinstraße hat noch keine einzige Schneeflocke den Boden erreicht und außer gelegentlichem Scheibenkratzen war von wirklichem Winter nichts zu spüren. Wir können es zwar noch nicht abschließend glauben aber so richtig Winter scheint es  nicht mehr zu werden. Im Prinzip ist das den Reben egal. Sie gedeihen ja unter ganz anderen extremen Bedingungen in Sizilien und Nordafrika. Das einzige Risiko bleiben nun die Spätfröste, da natürlich nach den Mandelbäumen auch die Reben beginnen werden auszutreiben. Schon wenn die Reben feucht werden erhöht sich das Risiko beträchtlich. In einem harten Winter vertragen unsere Reben ohne weiteres bis ca. – 18°C. Werte, die man hier in der Pfalz eigentlich nie erreicht. Drücken die Reben aber bereits und schießt das Wasser in die Stöcke ein, können schon -8° C und wenn gar das erste Grün zu sehen ist, bereits  -1°C zum Totalschaden führen. Also, hoffen wir das Beste, dass der zögerliche Winter sich nun auch dauerhaft dazu entscheidet in Skandinavien und Osteuropa  zu bleiben.   Wir schneiden in diesen Tagen die letzten jungen Weinberge, die man immer für den Schluss aufspart, da diese nicht so winterhart sind, wie ihre älteren Kollegen.   Im Keller  wird schwer gearbeitet,  Jungweine abgestochen und die Gutsweine werden bereits filtriert.  Bald schon werden sie auf die Flasche gefüllt.  

1. Februar 2014 – Die Zeit der Jungweinproben.

Es ist wieder die Zeit einer ersten richtigen Bestandsaufnahme. Natürlich probiert man auch zuvor immer wieder die Weine. Mal am Fass, mal im Probierraum. Doch jetzt wird es langsam ernst. Die Weine sind schon geraume Zeit vergoren und nach und nach zeigen sie ihr wahres Potential. Dann wird abgewogen. Ist es schon die Zeit sie von der Hefe abzustechen sie zu filtrieren? Oftmals eine Bauchentscheidung. Was wir heute probieren durften, macht uns große Freude. Strahlende Frucht, intensive Mineralität unterlegt mit einer pikanten Fruchtsäure. Trotz wirklich niedriger Alkoholwerte zwischen 10 und zumeist 12  Volumenprozent haben die Weine Dichte und Spannung.  Das werden großartige Sommerweine. In der Spitze nimmt der Alkohol ein wenig zu, erreicht aber nur selten mehr als 12,5%. Diese Weine zeigen eine enorme Tiefe und sind natürlich noch sehr verschlossen. Eine Kombination aus der Klimagunst der alten Mittelhaardt mit ihrer frühen Reife und dem geringen Niederschlag und der Entscheidung zum  richtigen Zeitpunkt Vollgas zu geben, hat uns einen sehr zufriedenstellenden Jahrgang beschert. Wir freuen uns darauf.  

4. Januar 2014  -  Noch  lässt der Winter auf sich warten.

Die Weihnachtszeit und auch das neue Jahr haben noch keinen richtigen Winter gebracht. Es ist feucht und verhältnismäßig mild, nicht warm aber auch ganz und gar nicht kalt. Noch ist das kein Problem, doch sollte es so weitergehen und dann doch noch ein richtiger Kaltlufteinbruch kommen, könnten die dann schon drückenden Reben leicht ein Opfer des Frostes werden.   Nun, nach einigen richtig kalten Wintern in den letzten Jahren ist ein solch wärmerer, fast mediterraner Winter eigentlich ganz angenehm, wenn es am Schluss nicht zum dicken Ende kommt.   Im Keller sind jetzt alle Weine soweit vergoren wie wir es anstreben. Auch die letzten Nachzügler sind so trocken, dass nur ein kleiner Rest an Süße verbleibt.Die Jungweine zeigen sich mit feiner Frucht und angenehmer Säure. Sie sind leicht und spritzig, haben aber dennoch eine gute Struktur und Dichte bei einer exzellenten Mineralität. Sie entsprechen sehr genau unseren Vorstellungen und so freuen wir uns richtig auf die ersten Füllungen im Frühjahr. In den kommenden Wochen werden wir jetzt mit den ersten Abstichen der Gutsweine beginnen, sie also von der groben Hefe trennen, um so den Selbstklärungsprozess zu forcieren. Dies wird uns später die Filtration erleichtern und so die Weine schonend zur Reife bringen. Ein Teil der Weinberge wurde bereits zurückgeschnitten. Dies zu Ende zu bringen wird der zweite Schwerpunkt unserer Arbeit im Januar. Wir haben alle die Zeit um Weihnachten zum Luft holen genutzt und freuen uns jetzt auf die bevorstehenden Arbeiten und auch auf die Große Gewächs Tour, die uns durch ganz Deutschland hin zu unseren Kunden bringt.  

14. Dezember 2013 – Das Jahr neigt sich dem Ende zu.

Die letzten Wochen waren nicht sonderlich ereignisreich. Zwar ist ein Großteil der Weine schon zu Ende gegoren, doch bei dem einen  oder anderen kämpfen die Hefen noch mit den letzten Gramm Zucker, um diese in Alkohol zu vergären. Mittlerweile ist es auch schon recht kalt geworden im Keller und  so wird das nicht unbedingt einfacher. Nun müssen wir darauf achten, dass die Türen geschlossen bleiben und nicht zu viel kalte Luft eintritt. Die vergorenen Weine sind schon beigefüllt und liegen spundvoll auf der Hefe. So können sie nun die nächsten Wochen und Monate aus der Hefeautolyse Kraft und Fülle schöpfen. Die vergorenen Jungweine zeigen sich dicht und komplex mit feiner Frucht und versprechen so Manches. Draußen im Weinberg haben wir auch schon begonnen die ersten Weinberge zu schneiden. An einem klaren Wintertag ist das eine der schönsten Winzertätigkeiten, die uns in den kommenden Monaten begleiten wird. Nun werden aber vor allem Pakete gepackt, um so manche Festtafel mit dem rechten Wein zu versorgen. Wir freuen uns auf die ruhige Zeit um Weihnachten und im neuen Jahr und wünschen Ihnen und Ihren Familien auch ein paar geruhsame Tage und eine gesegnete Weihnacht .  

8. November 2013 – Die Zeit der Weinbewertungen.

Nach einer kurzen Erholungspause für das gesamte Team hat uns der Alltag wieder. Die Arbeit hat sich natürlich vom Weinberg und Kelterhaus in den Keller verlagert. Nach ein paar Tagen haben alle Moste schön zu gären begonnen und die Weinbergshefen das Regiment übernommen. Jetzt beginnt die Phase des kontrollierten Nichtstuns, wie es so schön heißt.  Jeden Tag wird die Dichte und die Temperatur der gärenden Moste genommen,  um den Gärverlauf zu verfolgen. In den letzten Jahren haben wir Schritt für Schritt die Gärtemperatur angehoben und stören uns heute nicht an 20 oder auch 21 Grad, da wir wissen, dass unsere Hefen so zuverlässiger durchgären. Die Rotweine sind auch schon alle abgepresst und liegen in den Barriques und Holzfässern zum Reifen.   Auch ist jetzt wieder die Zeit der Weinbewertungen und Auszeichnungen. Natürlich haben wir uns sehr gefreut, dass unser Versteigerungswein aus der Kapelle im Königsbacher Ölberg von wein-plus.de mit 97/100 Punkten als einer von zwei Weinen die zweithöchste Bewertung für einen trocknen Weißwein des Jahres 2012 aus ganz Deutschland erhielt und auch unsere GGs alle mit ausgezeichneten Bewertungen zwischen 92 und 95/100 Punkten bewertet wurden. Auch Jens Priewe, einer der Nestoren des Weinjournalismus, hat unsere GGs in Weinkenner.de mit 93 und den Idig gar mit 94/100 als zweitbesten Wein der Pfalz ausgezeichnet.  Ebenso sehen auch Falstaff, WürtzWein,  Berliner Riesling Cup, Captain Cork, Riesling.de und mancher mehr all unsere Großen Gewächse von Riesling und Spätburgunder mit Bewertungen zwischen 92 und 95/100 Punkten unter den allerbesten deutschen Spitzenweinen. Das freut uns außerordentlich und bestätigt uns in unserem Kurs. Die vereinzelt geäußerte Kritik nehmen wir ebenso ernst. Auch sie ist uns Ansporn.  Gleichwohl ist die Weinbewertung ein schwieriges Unterfangen. Die großen Weine sind immer mehr eigenständige Persönlichkeiten,  die nicht so einfach über einen Kamm zu scheren sind. Den  besten Riesling, Weiß- oder Spätburgunder kann es genau genommen überhaupt nicht geben. Ein Idig, der wie ein Kastanienbusch oder Morstein – bei dieser Gelegenheit unsere herzlichsten Glückwünsche an unseren Freund Philipp Wittmann zum Winzer des Jahres des GaultMillau – schmeckt, wäre eben ein schlechter Idig. Bei dieser uns gerade so begeisternden und antreibenden Individualität der deutschen Herkünfte ist die genaue Bewertung mit Punkten einfach schwer, da sie eine mathematische Exaktheit vorgaukelt, die es so überhaupt nicht geben kann. Auch sind diese großen Weine als Langestreckenläufer angelegt. Sie sollen eigentlich erst in ein paar Jahren geöffnet werden, um dann umso besser zu schmecken. Auf dem Weg dahin zeigen sie sich häufig auch in wechselnder Pracht. Zunächst verschlossen, dann sich zart zeigend aber sich gleich wieder versteckend, ist jede Bewertung eines so jungen Weines eine Momentaufnahme und setzt eine geradezu ungeheuerliche Kenntnis der Weine und ihrer Entwicklungsabläufe voraus. Erschwert wird all dies noch durch die Unterschiedlichkeit der Jahrgänge, die diese Prozesse immer wieder verändert. Nicht zu selten geht es uns selbst mit unseren eigenen Weinen so, die in ihren Stadien wohl kaum jemand besser kennt wie wir selbst. Da kommen auch uns dann und wann Zweifel, doch wie mit seinen Kindern muss man lernen Vertrauen zu haben und es gibt auch tatsächlich sich wiederholende Stadien, von denen man mit zunehmender Erfahrung weiß, was daraus werden wird. So gesehen ist die Bewertung eines Weines oder gar tausender Weine ein mutiges Unterfangen. Wenn man die öffentliche Debatte im Netz verfolgt,  ist hier vielleicht eine Zeitenwende des Weinjournalismus im Gang, der genauso wenig statisch sein kann wie der Weinbau und alle anderen Dinge auf dieser Welt.   Sei es wie es sei, wir freuen uns über die Anerkennung und sagen Ihnen zu, dass wir stets selbstkritisch und rastlos an der Perfektionierung unserer Weine weiterarbeiten werden.

22. Oktober 2013 – Über die Ziellinie !

Mit großer Freude können wir verkünden, dass wir heute die Ziellinie überschritten haben und die letzten Trauben des Jahrgangs 2013 in unserer Kelter liegen.  Fürwahr kein einfaches Jahr, doch letztlich wurden wir mit größtenteils hervorragenden, reifen und wohlschmeckenden Trauben belohnt. Wieder zeigt sich, dass die gesunde Mischung aus Erfahrung und Bauchgefühl am Ende zumeist die richtigen Entscheidungen hervorbringt. Man kann ein wenig von einem“ Gewaltakt“ sprechen. Wenn wir in normalen Jahren ungefähr 4 – 5 Wochen lesen, so haben wir diesem Jahr nach ein wenig Vorgeplänkel in den ersten Oktobertagen so richtig erst vor zwei Wochen mit der Lese begonnen. Vorher waren die Trauben einfach nicht richtig reif und die Säuren noch zu hoch. Nun können wir nach 16 richtigen Lesetagen schon das Ende vermelden. Es zeigt sich immer mehr, dass die Kapriolen des Wetters eine ganz andere Schlagkraft wie in vergangenen Jahren erforderlich macht. Wenn wir in den neunziger Jahren mit 15 Leserhelfern unterwegs waren, konnten wir gemütlich unsere Trauben lesen und zeitgerecht einbringen. Natürlich hat die fast ausschließliche Konzentration auf Riesling und die Burgunder auch das Zeitfenster reduziert, da diese Sorten doch relativ zeitgleich reif werden. Gleichzeitig haben wir natürlich auch unser Rebfläche um ein Drittel vergrößern können. Doch der Hauptfaktor ist das veränderte Wetter.   Der kalte Winter und das kühle Frühjahr erinnerten uns schon an die kühlen Jahre. So spät wie seit 1987 nicht mehr blühten unsere Reben. Dann mussten wir lernen, dass selbst ein heißer Sommer an der 100- Tage- Regel -  zwischen Blüte und Reife – kaum etwas zu ändern vermag. So begannen die Trauben doch erst spät in die Reife zu gehen. Dann aber zeigte sich erneut, dass die Qualität eines Jahrgangs doch ganz massiv von den Wochen vor und während der Lese abhängt. Durch die vielen verteilten Niederschläge im September sind wir mit nahezu der halben Menge wie andere Regionen noch recht gut durchgekommen. Der eigentliche Knackpunkt war jedoch das Regengebiet vom 4. Oktober. Innerhalb weniger Stunden fielen 40 Liter Niederschlag. Das war in dieser Phase für viele Weinberge zu viel. Bis zu diesem Tag dachten wir noch an einen Lese wie früher bis weit in den November hinein. Doch schon am Donnerstag danach zeigten sich die ersten braunen Flecken auf den goldgelben Beeren. Wie Altersflecken, noch ganz unscheinbar. Doch wussten wir, dass hieraus schnell Botrytis entsteht und die Beeren über kurz oder lang aufplatzen würden. Unser Entschluss an diesem Zeitpunkt schnellstmöglich die Trauben nachhause zu holen, wurde belohnt. Zum Glück waren die Trauben hier an der Mittelhaardt mit Mostgewichten zwischen 88 und 98° Oechsle, Säuren um die 10g/l, braunen Kernen und einem intensiven Geschmack schon bestens gereift.  So lasen wir ab diesem Zeitpunkt von Sonnenauf- bis – Untergang und erstmals seit vielen Jahren auch 10 % unsere Fläche mit der Erntemaschine. So konnten wir bis Ende letzter Woche alle wichtigen Weinberge in nahezu optimalem Zustand nach Hause bringen. Je höher am Berg gelegen, um so gesünder waren die Trauben. In den unteren Lagen war aber schon Manches auszusortieren. Letztlich haben wir mit mehr oder minder großen Mengeneinbußen alles in bestem Zustand mit frischer Säure nach Hause gebracht. Wir atmen auf und durch. Jetzt liegt es nur noch an uns im Keller das Beste daraus zu machen. Sie können sich darauf freuen!   Beginn der Weinlese im Idig

16. Oktober 2013   – Das Finale!

Vor ein paar Tagen habe ich vollmundig berichtet, dass aus der Hoffnung nun Gewissheit würde. Das war im Nachhinein betrachtet doch ein wenig voreilig, denn was wir in der Zwischenzeit erlebt haben, hat uns vor Augen geführt, dass es für die Gewissheit doch ein wenig früh war und bis zum letzten Tag, an dem man erntet noch einiges passieren kann. Mehrere Regengbiete, das schlimmste am ersten Oktober-Wochenende, haben in ganz Südwestdeutschland die Situation in den Weinbergen doch sehr verändert. Die Reife der Trauben, hin zur Hoch- und dann zur Überreife, verbunden mit aufplatzenden Beeren und erster Fäulnis, ging bei uns ab Ende letzter Woche sprunghaft voran. Da die Trauben bereits eine gute Reife erreicht hatten, kam es zum Glück nicht zu negativer Fäulnis und so stand einer schnellen Lese nichts im weg.  Nun ist es aber doch so weit. Jetzt können wir mit Fug und Recht sagen, dass die Gewissheit kommt.  Heute ist ein großer Tag für unser Team, der beginnende Höhepunkt der diesjährigen Lese. Mit zwei getrennten Lesegruppen sind wir im Idig und im Mandelgarten unterwegs, um endlich die Trauben für unsere VDP.Grossen Gewächse nach Hause zu holen. Man spürt die Aufregung, die trotz der arbeitsreichen Zeit – seit zwei Wochen lesen wir von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang und verarbeiten bis spät in die Nacht die Trauben im Kelterhaus – alle  ergriffen hat. Die Freude über die schönen Trauben, die durch die Arbeit des ganzen Jahres und nicht zuletzt durch die gute Vorlese nun eingebracht werden können, ist groß. Wenn dann die ersten Trauben angequetscht in der Kelter liegen und das Mostgewicht bei 98°Oechsle, einem natürlichen Alkoholgehalt von ca. 13% vol. bei einer Säure von 10,5g, liegt, dann weicht die Anspannung der Freude. Es geht nun schnell. Die sauber vorgelesenen Weinberge mit ihren freihängenden Trauben sind rasch eingesammelt  und so hoffen wir, dass bis zum Sonntag, der abends schon wieder Regen bringen soll, die wichtigen Weinberge gelesen sind. Wir halten sie auf dem Laufenden.

 

13. Oktober 2013 – Ein Wechselbad der Gefühle

Der Regen vom letzten Wochenende steckt uns inzwischen doch ein wenig in den Knochen. Wüchsigere Anlagen mit dickeren Beeren wurden ganz schnell reif und tendieren dazu in sehr kurzer Zeit in die Überreife zu gehen. Wir haben deshalb unsere Schlagkraft erhöht und ernten nahezu rund um die Uhr, jedenfalls so lange es hell genug ist, um zu sehen was man liest. So können wir nur jeden Tag dankbarer für unsere große Erntemannschaft sein. Dennoch haben wir uns erstmals seit Jahren entschlossen 3 Gutswein-Weinberge mit der Maschine zu lesen. Noch sehen die Trauben perfekt, nur etwas goldbraun aus. Dies ist das untrügliche Zeichen, dass sie bald aufplatzen werden und dann wenige Tage später zu faulen beginnen, weshalb wir sie lieber vorher in den Keller holen. So machen wir große Fortschritte und haben perfektes Lesegut ohne jede Fäulnis für unseren Gimmeldinger Weißburgunder VDP.Ortswein und den Gimmeldinger Biengarten Weißburgunder VDP.Erste Lage gelesen. Kleinbeerig und intensiv im Geschmack versprechen wir uns mit der feinen Säure von ca. 8 g Einiges davon. Seit gestern Nachmittag gehen wir nun die VDP.Ersten und VDP.Grossen Lagen durch und ernten die  frühreifen Trauben heraus. Sie bilden die Basis für unsere VDP.Ortsweine zusammen mit den Trauben aus jüngeren Rebbeständen. So haben wir schon ganz schöne Qualitäten im Kapellenberg in Gimmeldingen und heute Nachmittag auch schon im unteren Idig im jüngeren Teil gelesen. Alles kräftig schmeckende Moste mit deutlich über 90° Oechsle und das, was vorerst noch hängen bleibt, macht Freude auf mehr. Wir hoffen nun, dass es morgen und übermorgen nicht zu viel regnen wird und sehen, dass wir schneller mit der Lese fertig werden als wir noch vor einer Woche gedacht haben.

9. Oktober 2013 – Die Spätburgunder sind gelesen!

Gestern war ein sehr umtriebiger Tag: anstrengend, arbeitsreich aber am Ende auch sehr erfolgreich, so dass wir mit einem gut Gefühl zu Bett gehen konnten. Natürlich herrscht wegen des Wetters große Unruhe unter den Winzern. Bislang hat sich jedoch der Niederschlag vom Wochenende in unseren Weinbergen nicht negativ bemerkbar gemacht. So konnten wir wirklich großartige Spätburgundertrauben in unseren Toplagen Idig und Ölberg in Königsbach sowie im Gimmeldinger Biengarten lesen. Aufgrund des Alters der Weinberge zwischen 20 und 40 Jahren sind die Beeren mittlerweile sehr locker und klein. Dies konzentriert Frucht und Farbe und macht die Beeren unanfällig gegen Fäulnis. Gleichzeitig ist auch der Ertrag ganz von selbst sehr niedrig. Das ist natürlich gewünscht und erspart uns so manche Arbeit im Sommer. Die Trauben haben köstlich geschmeckt, die Kerne waren braun und auch die heute nicht mehr so wichtigen Mostgewichte lagen mit zwischen 98 und 100 Grad im optimalen Bereich. Noch waren auch keine beginnenden Rosinenbeeren vorhanden. Die Rotweinlese ist damit abgeschlossen. Was will man mehr. Nun konzentrieren wir uns ganz auf die weißen Trauben. Heute und morgen wollen wir die Weißen- und Grauen Burgunder ernten. Auch hier sind wir ganz zuversichtlich. Ein paar jüngere Weinberge mit recht dicken Beeren zeigen auch schon die erste Fäulnis. Hier gibt es nichts mehr abzuwarten.  Mit unseren vielen Handlesern kommen wir trotzdem gut voran und können so perfekt die faulen Trauben aussortieren. Gerade in einem Jahr wie in diesem ist eine solche Truppe aus verständigen und erfahrenen Lesehelfern eine unverzichtbare Stärke ohne die wir keine großen Weine ernten könnten. Mit Sorge sehen wir nochmals auf die Wettervorhersage. Es bleibt spannend wie viel Regen bei dem angekündigten Aprilwetter im Herbst fällt. In jedem Fall ist es gerade für unseren Seniorchef ein Déjà-vu der 60-80er Jahre. So sehr wir uns an die frühere Reife gewöhnt haben, zeigt sich aber, dass die problematischen Fäulnispilze, die in Jahren wie 2000 oder 2006  schnell um sich griffen, nur bei höheren Temperaturen entstehen, wohingegen das, was sich dieses Jahr zeigt, ganz klassische Botrytis ist und insofern bei weitem nicht dieselben Probleme auslöst.  

 

7. Oktober 2013  – Nach dem verregneten Wochenende zeigt sich die Sonne

Das Wetter hat uns wirkliche einiges an Demut abverlangt. Aus den vorhergesagten 8-10 l wurde ein Landregen über den ganzen Samstag mit etwas mehr als 30 l. Das wäre natürlich nicht nötig gewesen. Dennoch sind wir weit davon entfernt in die allgemeine Winzerhysterie, die  sich am Anfang der Lese ganz oft entwickelt, zu verfallen. Aus zwei Gründen sind wir immer noch voller Optimismus: 1. Unsere Weinberge stehen perfekt, fast völlig frei von jeder Botrytis da.2. Die Trauben sind dabei kleinbeerig und locker, tiefdunkel beim Spätburgunder und grüngelb bis goldgelb, je nach Lage beim Riesling. Sie bereiten uns beim Ansehen große Freude.  Wir steigen heute jetzt voll in die Lese ein. Mit 32 Erntehelfern, die unser Stammpersonal ergänzen haben wir eine so große Mannschaft wie noch nie. Manch doppelt so großer Spitzenbetrieb an der Mittelhaardt arbeitet mit dieser Anzahl. Unser Ziel ist es extrem schlagkräftig zu sein, da die Trauben immer mehr auf einen Schlag reif werden und man die Trauben oft nicht über viele Wochen auf einem optimalen Punkt erwischt. Als erstes werden heute unsere Spätburgunder in Deidesheim und im Naulott bei Gimmeldingen für den VDP.Gutswein gelesen. Die Trauben sehen großartig aus, fast keine Botrytis, vielleicht 0,5% wenn es hoch kommt und tief dunkel. Nur die weniger gefärbten Trauben werden für den Rosé und den Blanc de Noirs aussortiert. Somit kommen wir flott voran und gehen davon aus, dass wir am Abend wohl deutlich über einen Hektar geerntet haben werden.

2. Oktober 2013 – Die Stimmung hellt sich auf.

Die Zeit vor der Lese ist immer geprägt von einer gewissen Anspannung. Gerade in diesem Jahr, das uns bezüglich des Reifeverlaufs fast in die 1980er Jahre zurückversetzt,  machte man sich schon so seine Gedanken. Natürlich sahen die Trauben gut aus und auch die Entwicklung war vielversprechend. Doch gleichzeitig war man sich gerade in den letzten Wochen bewusst, dass man in anderen Jahren zu diesem Zeitpunkt schon  so Manches im Keller hatte. Gestern haben wir nun mit der Lese begonnen. Letztlich nur 5 Tage nach 2010 und zur gleichen Zeit wie in dem grandiosen Jahr 2001. Noch lesen wir mit „angezogener Handbremse“. Begonnen haben wir mit Saint Laurent und dem ersten Weißburgunder für den Gutswein. Gerade der Weißburgunder, der mit 90° Oechsle und 9 g Säure bei einem ph-Wert von 3.02 geradezu ideale Werte hat, beruhigt uns doch ungemein.  Mehr noch die Rundfahrt durch die Weinberge. Die Trauben sind auf dem Weg zur idealen Reife.  Eher kleinbeerig, locker und geschmacksintensiv mit einer feinen Fruchtsäure versprechen sie Einiges. Heute zupfen wir erst nochmals Blätter in der Traubenzone, um die volle Sonne und auch den Wind an die Trauben zu lassen. So reifen diese feiner aus und trocknen bei Regen schneller ab.  Die Spätburgunder werden schon bald folgen und dann in der kommenden Woche mit voller Kraft auch die ersten Vorlesen in den Rieslinglagen. So langsam hellt sich unsere Stimmung auf und dass wir wieder feine Weine erzeugen können, wird mehr und mehr von der Hoffnung zur Gewissheit.

24. September 2013 – Mit dem beginnenden Altweibersommer steigt die Laune!

Die reife der Trauben schreitet voran. Zwar ist die Säure doch noch prägnant, aber auch nicht so hoch wie 2010, eher wie 2004. Insofern freuen wir uns auf die kommende Lese. Natürlich ist noch alles drin, großartige Weine, aber auch bei schlechtem Wetter ein problematischer herbst.

Es zeigt sich, dass in diesem Jahr penible Laubarbeit von Hand von größter Bedeutung war. Nur so konnten die wärmenden, trocknenden und reifenden Sonnenstrahlen die Trauben erreichen. Gleichzeitig kann so stets der Wind die Trauben umspielen und so der Fäulnis entgegen wirken.

Wir haben heut nochmals intensiv die Trauben begutachtet und wollen am kommenden Montag mit der Ernte beginnen. Zunächst geht es an den Saint Laurent, der immer am frühesten reift. Doch schon kurz danach werden wir mit den ersten Vorlesen beginnen. Dabei werden zu diesem frühen Zeitpunkt schon reife Trauben heraus gelesen, die unter Umständen schon bald die ersten Fäulnis spuren zeigen werden.

 Heute wird noch Rotwein abgefüllt, dann sind alle Fässer frei für den 2013er und wir können uns voll auf die Lese konzentrieren.

 

22. August 2013  -  Der Sommer neigt sich dem Ende zu!

Jedes Jahr ist ein neues Jahr. So simpel diese Weisheit so aufregend ist doch die Kenntnis, dass es für uns Winzer kein Jahr gibt, das dem anderen gleicht. Das kalte und nasse Frühjahr und der späte Frühsommer ließen uns schon an die schwierigen 1980er Jahre denken, doch dann kam der großartige Hochsommer. In der Pfalz und speziell an der Mittelhaardt immer von ausreichenden Niederschlägen begleitet,  entwickelten sich die Reben prächtig. Natürlich sind die Trauben  noch grün, doch die ersten Spätburgundertrauben verfärben sich bereits und die Rieslinge beginnen weich zu werden. Letztlich bleibt es trotz des großartigen Sommers und des fast noch besseren derzeitigen Spätsommers mit kühlen Nächten bei einem späteren Lesezeitpunkt, denn gänzlich lässt sich die 100 Tage Regel zwischen Blüte und Ernte nicht völlig außer Kraft setzen. So bereiten wir uns auf eine späte Lese vor. Doch das macht uns keinerlei Sorgen, da wir doch wissen, dass die Aromenausprägung erst  in den kühleren Herbsttagen in voller Perfektion erfolgt. Wir gehen derzeit nochmals durch jeden Weinberg, entfernen noch das ein oder andere Blatt, das in die Traube hineinzuwachsen droht oder ein Glocke bildet, die bei feuchtem Wetter zu Fäulnis führen könnte. Gleichzeitig entlasten wir vor allem die jüngeren Weinberge indem wir Trauben herausschneiden. Generell sind wir froh und schon fast ein bisschen stolz, dass unsere Weinberge nach nun über zehn Jahren biodynamischem Anbau sich von ihrer Ertragsleistung so selbstreguliert haben. Dadurch muss die doch unnatürliche „grüne Lese“ fast nicht mehr zur Anwendung kommen. Nur in sehr jungen Weinbergen, deren Wurzelgerüst einfach noch nicht so tief und ausgeprägt ist kommt es vor, dass zu viel des Guten am Stock hängt und dieser die Trauben nicht optimal versorgen kann. Von jetzt an werde ich wieder häufiger über die aufregende Zeit vor und während der Lese berichten und freue mich über Ihr Interesse.

22. Juni 2013 – Die Blüte ist in vollem Gang.  

Endlich wurde es heiß und wie bei der exzellenten Wasserversorgung zu erwarten war, explodierte die Vegetation. Innerhalb weniger Tage fingen am Montag die Burgunder und nun am Donnerstag auch die Rieslingreben an in die Vollblüte zu gehen. Aufgrund des großartigen Wetters ging nun alles sehr schnell und es scheint so, dass wir eine homogene Blüte haben werden. In manchen Jahren zieht sich die Blüte sehr lange hin. Das bedeutet natürlich, dass auch die einzelnen Beeren sehr unterschiedlich reif werden.  Manche sind dann schon vollreif und andere noch richtig grün und das an einer Traube.   So ist es uns lieber, dass wir wohl zeitgleich alle  Beeren in einem Reifestadium haben werden.  Es kann uns manchen zusätzlichen Erntegang ersparen. Nun wird es nach aller Erfahrung 100 Tage dauern bis die Trauben reif werden. Damit wird die Ernte in diesem Jahr wohl erst im Oktober beginnen. Für uns Pfälzer, die teilweise doch mit sehr früher Reife zu kämpfen haben ein durchaus angenehmes Gefühl.   Für mich beginnt nun eine Reisezeit. Heute Abend geht es nach Shanghai und am Mittwoch nach Peking, um unsere Weine zusammen mit 5 anderen exzellenten Erzeugern aus Rheinhessen, der Nahe und der Mosel vorzustellen. Wir sind gespannt wie unsere Weine aufgenommen werden. Nach einem kurzen Zwischenstop zu Hause geht es dann noch in die USA nach Chicago und nach Seattle zum Riesling Rendesvous, wo Riesling Erzeuger aus der ganzen Welt zusammentreffen.  

13. Juni 2013 – Es geht langsam voran!

Es ist wirklich ein spezielles Jahr. Alles geht recht langsam voran. Dennoch wachsen die Reben natürlich jetzt mit Schwung und nun müssen wir schon sehen, dass wir mit der Arbeit hinterher kommen. Die Reben müssen im Drahtspalier fixiert werden, damit sie gerade nach oben wachsen und durch den Wind nicht mehr abreißen können. Für heute Nachmittag  ist nun ein Gewitter gemeldet – da gilt es zuerst die VDP.Grossen Lagen zu sichern. In dieser Zeit des Jahres wächst immer alles schrecklich schnell davon. Bald jedoch wird es wieder etwas entspannter zugehen.Gleichwohl war das kühle Wetter bislang ganz günstig, was jedenfalls den Krankheitsdruck durch Pilze betrifft. Vor allem der echte Mehltau, den wir hier an der Mittelhaardt am meisten fürchten, benötigt wesentlich wärmeres Wetter. Er wird erst bedrohlich, wenn es am Wochenende tatsächlich heiß wird. Im Keller geht es auch weiter voran. In der letzten Woche haben wir die VDP.Grossen Gewächse gefüllt. Die Mondphase war sehr günstig so kurz vor dem Neumond. Die Weine wurden dabei das erste und einzige Mal zart mit Schichten filtriert, nachdem sie sich durch die lange Liegezeit im Fass und den ersten Abstich gut von selbst klären konnten. Wir freuen uns auf die Verkostungen.

 

21. Mai 2013  – Noch immer kein richtiger Frühling in Sicht!

Ein trockenes kaltes, aber nicht extrem kaltes erstes Quartal liegt hinter uns. Eigentlich sollte jetzt Frühling sein und so mancher Mai in den letzten Jahren hat uns schon in hochsommerliche Gefühle versetzt doch in diesem Jahr ist alles anders.  So richtig will der Frühling nicht in Gang kommen.  Seit vielen Jahren waren April und Mai nicht mehr so kalt und nass und gleichzeitig geht durch die Presse, dass der Klimawandel doch langsamer verläuft als befürchtet.

Außer unseres persönlichen Wohlbefindens, das mit diesem Wetter natürlich nicht zum Besten bestellt ist, ist eigentlich nicht viel beunruhigendes dran an dieser Wetterlage. Wir haben schon so manche Aufholjagd erlebt und späte kühle Jahre können im Ergebnis die warme Pfalz nicht schrecken. Also bleiben wir trotz der langsamsten Rebentwicklung seit über einem Vierteljahrhundert zuversichtlich.

Wir sind weiter am Ausbrechen der Stocktriebe. Die Beiaugen, die vor allem bei den Burgundersorten oft zwei bis drei Triebe aus einem Auge, den Knospen, sprießen lassen und so zu einer viel zu dichten Laubwand bei deutlich zu hohem Ertrag führen,  haben wir fast alle schon ausgebrochen. Nun sind die Rieslinge dran, die nur am unteren Stockbereich Ausschläge haben, die es abzubrechen gilt solange die Triebe noch jung und unverholzt sind. Das kalte Wetter verschafft uns Zeit.

Im Keller geht es nun an die Filtration der Großen Gewächse, die bis jetzt noch den Hefekontakt auskosten konnten. Die Abfüllung ist in der Neumondwoche Anfang Juni geplant. Die Verkostungen der letzten Tage mit Fachleuten aus der ganzen Welt aber auch mit vielen Privatkunden an unseren Probiertagen machen uns viel Freude und bestätigen uns in unserer Arbeit.  Komplex und doch filigran, tief, mineralisch und mit einer schönen Frucht kann der 2012er punkten.

 

2. Mai 2013 – Das Frühjahr zieht nur sehr langsam ein

Schon  lange hatten wir kein so spätes Frühjahr mehr. Außer ein paar frühsommerlichen Tagen hält sich bei uns bislang der Frühling doch eher bedeckt. Regen, Wolken und kühl. Na ja. Eigentlich freuen wir uns über den Niederschlag, da es ja doch ziemlich trocken war und im Prinzip macht uns Winzern ein späteres Frühjahr nichts aus. Eher das Gegenteil ist der Fall, da so die Maifröste doch ziemlich ihren Schrecken verlieren und wir gelernt haben, dass die Reben einen Rückstand unglaublich schnell aufholen. Natürlich verstreicht die Zeit nicht ungenutzt. Wir haben in den letzten zwei Wochen einiges gefüllt. Heute und morgen sind nun die VDP.Ersten Lagen aus dem Königsbacher Ölberg, dem Gimmeldinger Biengarten und Kapellenberg und dem Deidesheimer Paradiesgarten an der Reihe. In der wertvollen schweren Schlegelflasche, in die auch die Grossen Gewächse gefüllt werden und mit einer silbernen Kapsel machen sie eine ausgezeichnete Figur. Natürlich haben wir uns auch beim Inhalt noch mehr Mühe gegeben. Wir freuen uns auf Ihre ersten Verkostungen und das Feedback. In den Weinbergen beginnt ganz behutsam der Austrieb. Zum letzten Mal war dies so spät im Jahr 1987 der Fall. Wir brechen in den Jungfeldern die Knospen am Stamm aus und haben auch schon eine kleinere Fläche Weißburgunder gepflanzt. Wir achten dabei auf die optimale Pflanzzeit vor dem Vollmond und haben sowohl im frisch gepflanzten Jungfeld wie auch in allen anderen Weinberg unterstützend eine Hornmist- Behandlung durchgeführt. Das Frühjahr kann also kommen! Wir sind bereit. Doch zunächst haben wir am kommenden Wochenende unsere VDP.Weinkost in Landau, an Christi Himmelfahrt die schon seit langem ausgebuchte VDP.Jahrgangsparty im Deidesheimer Hof und unsere Probiertage am Freitag und Samstag danach. Vielleicht sehen wir uns ja. Ihr Kommentar zum neuen Jahrgang würde uns sehr interessieren.

 

11. März 2013 – Der Frühling in Sichtweite

Seit Tagen wird nun über den bevorstehenden Wintereinbruch gesprochen. Die letzten Tage waren herrlich in der Pfalz, Sonne und leichte Wolken und endlich mild. Die ersten Sonnenstunden ließen die Mandelblüten treiben und die ersten vorwitzigen Bäume, häufig in geschützten Ecken sind dabei aufzuspringen. Wir hoffen darauf, dass der neuerliche Wintereinbruch von Nordosten an Kraft verliert bis er die milden Landschaften im Südwesten erreicht.  Die Weinberge sind alle geschnitten.   Größtenteils wurden die Drahtrahmen für die neue Saison gerichtet, morsche Holzpfähle ersetzt, Drähte gespannt und teilweise erneuert. Nun müssen die Ruten gebogen werden, dann können wir zuwarten, bis der Austrieb kommt. Im Keller geht es weiter voran, die Ortsweine wurden von der Hefe abgestochen. Nun sollen sie sich weiter von selbst klären bevor wir sie Ende des Monats filtrieren wollen, möglichst schonend mit einem Gang. Die Gutsweine werden jetzt nochmals probiert und die Zusammenstellung der verschiedenen Fässer vorbereitet, bevor Ende des Monats die Prowein die erste Bühne für den neuen Jahrgang bietet.

4. Februar 2013  – Jungweinproben

Noch sind die Weine trüb. Doch jetzt beginnt die spannende Zeit,  in der sich erstmals erahnen lässt, von welcher Qualität der neue Jahrgang ist. Wie zeigen sich die Weine,  die noch auf der Hefe liegen im Vergleich?  Welcher Lesezeitpunkt war der ideale und hat sich der Ausbau im Stückfass bewährt? Das sind die Fragen,  die wir Winzer versuchen in vielen ernsthaften Verkostungen zu ermitteln. Zunächst im eigenen Keller und dann mehr und mehr im  Kollegenkreis. Es bildet sich das Bild des Jahrgangs 2012 heraus. Filigraner und vom Alkoholgrad leichter als sein Vorgänger, milder als der 2010er doch mit etwas mehr filigraner Frische als 2011. So zeichnet es sich bisher für uns ab. Die ersten Partien für den Gutswein wurden abgestochen, also von der Hefe abgezogen. Noch dürfen sie sich auf der Feinhefe klären,  um so möglichst viel Substanz herauszuziehen. Umso mehr gilt das für die Weine aus den VDP Ersten und Grossen Lagen. Sie bleiben noch eine ganze Weile auf der Vollhefe, werden regelmäßig probiert und dann irgendwann wird der richtige Zeitpunkt sein auch sie von der Hefe zu trennen.  

21. Januar 2013 – Der Rebschnitt

Die Weihnachtszeit und die ruhigen Tage Anfang des Jahres haben uns allen gut getan. Das Weingut kam völlig zur Ruhe. Nur die  Hefen in den letzten noch gärenden Weinen verrichteten ihre Arbeit und brachten die Gärungen zu Ende. Nach einer gewissen Zeit ohne Schwefel, um so die Hefeautoylse zu nutzen, haben wir jetzt am letzten Freitag nach mehreren Proben entschieden die Weine zu schwefeln und so den Selbstklärungsprozess einzuleiten. Die Arbeit konzentriert sich jetzt auf den Rebschnitt, mit dem wir im neuen Jahr begonnen haben. Uns ist es dabei wichtig, dass die erste härtere Winterphase mit kühlen Temperaturen die Rebstöcke wirklich völlig zur Winterruhe gebracht hat. Dabei reift das Holz völlig aus und die Reservestoffe werden im mehrjährigen Holz eingelagert. Wir schneiden dabei recht lange Ruten an, was vor wenigen Jahren noch verpönt war, da dies die Grundlage für höhere Erträge bildet. Doch durch das Ausbrechen jeden zweiten Auges nach dem Austrieb haben wir dann doch eine niedrigere Zahl Triebe und damit die angestrebten wenigen Trauben. Gleichzeitig sind dann aber die Triebe über die gesamte Länge der Laubwand gleichmäßig verteilt. So haben wir eine luftige Erziehung der Reben, damit später die Sonneneinstrahlung optimal ausgenutzt werden kann und Fäulnisnester vermieden werden.  

4. Dezember 2012 – Ein erstes Resümee zur Ernte 2012

Schon wieder kam bei der Lese manches anders als man gedacht hätte. Was jedoch von Anfang bis zum Herbstschluss den Jahrgang prägte, war die außerordentliche Gesundheit der Trauben auch im vollreifen bis hochreifen Zustand. Doch von Anfang an: Begonnen hat das Jahr mit einem klirrend kalten Winter. So kalt wie wir ihn schon lange nicht mehr hatten. Wochenlang kamen uns die Tage vor,  an denen  wir unter Null blieben und so war es schon fast ein Wunder, dass die Mandeln  schon schnell nach dem einziehenden Frühling bereits  Mitte März in voller Pracht erblühten. Der Frühling und der Sommer verliefen durchaus unspektakulär. Nur wenige  wirklich heiße Tage  aber dennoch immer ordentliche Wachstumsbedingungen zeichneten ihn aus. Stets hatten die Reben auch eine ganz ordentliche Wasserversorgung, was durchaus nicht überall in Deutschland im gleichen Maße anzutreffen war. Der September war aus dem Stoff aus dem Winzerträume sind. Kühl, vor allem nachts aber sonnig, genau wie gewünscht. So schien zunächst die Ernte noch in weiter Ferne, doch dann zeichnete sich Mitte September gerade bei den Burgundersorten ein viel früherer Reifebeginn ab,  was uns zunächst auch vermuten ließ, dass  auch die Rieslinge schneller heranreiften.  Am 17. September ging es dann mit viel Elan an die Weinlese 2012  Grau-, Spät- und Weißburgunder  wie aus dem Bilderbuch  doch mit ernüchternden Erträgen. Schnell zeichnete  sich ab, dass der vermeintlich wenig spektakuläre Hagelschlag vom 12. Juli 2012, der südlich von Neustadt verheerende Auswirkungen hatte, in den  Weinbergen  zwischen Neustadt und Gimmeldingen und den östlichen Teilen der Gimmeldinger Gemarkung doch deutliche Spuren hinterlassen hat und uns  ca. 30% der Ernte kostete. Mit der Rieslinglese haben wir dann doch erst in den letzten Septembertagen begonnen und konnten die ganze Zeit die Mostgewichte nicht so richtig glauben. Die Trauben waren reif und goldgelb, die Kerne braun und schmeckten sehr ordentlich, doch die Mostwaage zeigte nur Anfang 80 Grad Öchsle. Schließlich überwanden wir die Sozialisierung eines deutschen Winzers, der trotz aller Vernunft immer noch nicht gänzlich ohne das Mostgewicht zu beachten die Weinlese durchführt und begannen. Alles konnte aufgrund des zumeist glänzenden Wetters und des perfekten Zustands der Trauben mit aller Ruhe durchgeführt werden. Aber die paar Tage Erholung, die wir mit Blick auf den frühen Beginn der Lese anfangs noch für die letzten Herbstferientage  mit unseren Kindern ins Auge gefasst hatten, lösten sich bald in Wohlgefallen auf.  Mehrere Durchgänge im Idig und in den anderen Großen und Ersten Lagen erlaubten uns die Trauben stets in perfektem Zustand zur Presse zu bringen. Belohnt wurden wir durch intensive Moste aus kerngesunden Trauben, die letztlich vollreif einen ausgezeichneten Jahrgang erwarten lassen. In der Säure etwas höher und im Alkoholgrad niedriger als der 2011er und bei den Rieslingen, die vor allem nördlich von Gimmeldingen wachsen,  mit zufriedenstellenden Erträgen. So freuen wir uns auf die Jungweinverkostungen im Januar und Februar.

28. Oktober 2012  – Geschafft!

Am letzten Freitag um 13 h wurde die letzte Traube der Weinlese 2012 in Ruppertsberg im Reiterpfad abgeschnitten. Die Traktoren und Anhänger wurden geschmückt, Lieder gesungen und am Abend der traditionelle Herbstschluss mit der gesamten Lesemannschaft gefeiert. Es ist schon ein Gefühl der Dankbarkeit, wenn dann am Abend die ersten Regen- tropfen fallen und noch mehr am Samstag, als für uns Pfälzer völlig ungewohnt die ersten Schneeflocken fielen. Natürlich blieben sie nicht liegen und ebenso natürlich mischt sich in das gute Gefühl ein bisschen ein schlechtes Gewissen den befreundeten Kollegen gegenüber,  die noch einige ihrer Trauben hängen haben.  Es verlief wirklich fast alles nach Plan. Weniger Mostgewicht haben die Trauben in diesem Jahr. Vollreif,  schon an der Grenze zur Hochreife haben wir die letzten Trauben gelesen. Da wir nur wenige faule Beeren aussortieren mussten,  konnten wir ganz ansehnliche Mengen aus den Spitzenlagen ernten. Auch die Ortsweinlagen und der Gutsweinertrag stellt uns zufrieden. In einem Weinberg ein bisschen zu wenig,  im anderen wieder mehr, so dass wir unter dem Strich wirklich dankbar sein können für einen gefüllten Keller mit herrlich duftendem Most. Die Gärung geht dieses Jahr durchaus zügig voran. Die ersten Moste sind schon zu Jungweinen vergoren. Wieder andere beginnen erst mit der Gärung und „spucken“ aus den Gärröhren. Zunächst werden die Fässer bis zum Spunden gefüllt und erst wenn nach fünf bis zehn Tagen die Spontanhefen das Regiment übernehmen, der Most sich erwärmt und damit ausdehnt,  wird einen gewisse Menge in einen Glasballon abgelassen, damit der erforderliche Gärraum vorhanden ist. Nun wird die Gärung jeden Tag kontrolliert um die Fortschritte sehen zu können. Berichten werden wir jetzt wieder im üblichen zweiwöchigen Rhythmus über das,  was in unserem Gut geschieht. Wir freuen uns auf die ersten Jungweinproben und auf Ihr Urteil bei den Präsentationen des neuen Jahrgangs im kommenden Jahr.      

23. Oktober 2012   – Das Abwarten hat sich gelohnt.

Das Risiko hat sich gelohnt. Noch am Mittwoch waren wir zunächst entschlossen schnellstmöglich die Lese abzuschließen.  Das unbeständige Wetter und die Sorge um den Zustand unserer Trauben ließ uns am Sinn einer längeren Hängephase zweifeln. Da aber die Trauben schon goldgelb, die Kerne und Stiele braun waren, die Trauben voll schmeckten und nur die Mostgewichte nicht die bekannten Höhen hatten, schien uns das sinnvoll.  Irgendwie waren wir aber doch wegen des Regens der vergangenen Tage unsicher.  Als dann eine wirklich längere stabile Schönwetterphase angesagt wurde,  haben wir uns zum Abwarten entschlossen. Gestern ging es dann nach 4-tägiger Pause weiter und tatsächlich haben die Trauben in unserer Großen Lage Mandelgarten  einen noch dichteren Geschmack bekommen. Nach wochenlanger Stagnation des Mostgewichtes um die 90° Oechsle haben die Trauben nun innerhalb dieser wenigen Tage 5 ° zugelegt, so dass wir gestern eine perfekte Selektion ausschließlich gesunder Trauben mit 95° Oechsle ernten konnten. Diese Zunahme beruht ausschließlich auf der Verdunstung aus den Trauben, so dass natürlich auch die Menge um 5-10% abgenommen hat zugunsten eines dichteren Weines. Heute geht es nun in die besten Bereiche des Idig. Wir hoffen dort morgen  im Laufe des Tages die Trauben gelesen zu haben, um dann noch am Donnerstag den Reiterpfad und den Fürstenweg, einen Teil des Biengartens  in Gimmeldingen,  zu lesen. So sollte es gelingen vor dem Wintereinbruch am Freitag oder Samstag alle Trauben wohlbehalten nach Hause zu holen. Wir berichten weiter.  

17. Oktober 2012  – Jetzt reizen wir doch noch weiter.

So schnell kann es gehen und schon wieder haben wir unsere Pläne über den Haufen geworfen. Noch gestern wollten wir mit Hochdruck die Lese abschließen. Doch heute haben wir uns jetzt entschlossen in einigen Weinbergen doch noch das angekündigte herrliche Wetter auszukosten. Absolut erfolgreich war die Lese gestern im Ölberg in Königsbach, in einem Teil des Reiterpfad links vom Achtmorgenweg, heute im Paradiesgarten und Langenmorgen. Vollreife Trauben, goldgelb und statt im Geschmack. Auch haben wir jetzt schon zwei Teilmengen im Idig gelesen. Doch die absoluten Filetstücke hängen noch und sollen erst am Montag zusammen mit dem Mandelgarten geerntet werden. Natürlich haben wir jetzt bei dem warmen trockenen Wetter jeden Tag einen Verlust von ca. 5%, doch gleichzeitig steigt die Konzentration. Wir werden aber aufmerksam  den Wetterbericht  studieren und die Reife der Trauben beobachten.  Wie Nikloaus Harnoncourt sagt, bewegt sich die ganz große Kunst immer am Rande der Katastrophe. Wir sind entschlossen uns sehr nahe heran zu trauen.  

16. Oktober 2012 – Die schönen Tage nutzen

Endlich ist die erneute regnerische Phase überwunden und nun geht es in die Ersten und Großen Lagen. Das Wetter hat schon unsere Geduld herausgefordert aber nun sind wir bester Dinge, dass wir bis zum Wochenende die Lese abschließen können.  Zunächst haben wir den Kapellenberg in Gimmeldingen gelesen. Den Weinberg, der im letzten Jahr zum ersten Mal separat abgefüllt wurde und uns immer mehr Freunde bereitet mit seiner Kalkmineralität, die mit der Eleganz und Filigranität des Buntsandsteins im Oberboden kombiniert ist. Vollreife, ganz und gar gesunde Trauben.  Heute morgen geht es nun in den Reiterpfad links vom Achtmorgenweg. Die alten etwas kleineren vier Weinberge sind auch vollreif. Jedes Jahr ist besonders und so haben wir in diesem Jahr auch wieder einen Zustand der Trauben, den ich jedenfalls so noch nicht erlebt habe. Vollreife Trauben mit braunen Kernen und sattem Geschmack und all das mit nur Anfang 90 ° Oechsle. Das verspricht Weine wie wir sie seit Jahren postulieren: voller Geschmack bei niedrigerem Alkohol. Es bleibt spannend bis zum Schluss.

 

10. Oktober 2012 – Die Lese strebt dem Höhepunkt zu.

Die letzte Tage waren weiterhin von Höhen und regnerischen Tiefen geprägt. Hätten wir in diesem Jahr nicht so feste Beerenhäute würden wir uns bei manchem Regenschauer schon so unsere Gedanken machen. Mit den Guts- und Ortsweinen sind wir nun auch beim Riesling fertig geworden. Die Trauben schmecken intensiv fruchtig und süß, sind aber vom Mostgewicht doch eine deutliche Spur niedriger als in den Vorjahren. Heute haben wir nun die Reben,  die weniger als 15 Jahren alt sind, im Idig gelesen. Sie bilden die Basis für unseren Ortswein Königsbach. Ansonsten wurden jetzt alle Ersten und Großen Lagen einmal durchgelesen und entblättert.  Dort, wo der Ertrag von vornherein sehr niedrig und die Trauben noch sehr gesund sind.  wurde nur die Traubenzone entblättert. Die Trauben können so die volle Herbstsonne zur Endreife aufnehmen. Auch trockenen sie natürlich nach einem Regenschauer viel schneller ab. Schließlich werden wir so sehr schlagfertig und können die perfekt vorbereiteten Weinberge in ganz kurzer Zeit lesen, denn plötzlich gehen meistens die Mostgewichte sehr schnell  nach oben und die Zuckerreife und die Alkoholgrade wachsen.  Wir sind jetzt gut vorbereitet und schalten einen Gang zurück, bis die Trauben unseren Idealvorstellungen entsprechen.

29. September 2012  – Endlich setzt sich wieder Hochdruck durch

Das war schon eine Hängepartie in den letzten Tagen. Das Regenradar wurde zu unserem ständigen Begleiter. Mal konnten wir morgens nicht gleich beginnen, da es noch zu feucht vom Regen der Nacht war, mal mussten wir,  wie gestern,  bereits um15 Uhr mit der Lese aussetzen, da zu starke Regnfälle abzusehen waren, mal konnten wir, wie am Mittwoch, überhaupt nicht in die Weinberge gehen. Da braucht man schon Nerven wie Drahtseile.  Nun sind aber die Vorhersagen wieder stabil und dann wird die kurze instabile Phase schnell wieder vergessen sein. Die Ergebnisse der Gutsweinberge für Riesling in der Nußbien und im Reiterpfad in Ruppertsberg waren ordentlich mit Anfang-Mitte 80 ° Oechsle und einem vollreifen Geschmack.  Auch die Erträge  sind nördlich von Gimmeldingen wesentlich besser, als die südlich der Ortsmitte. Sowohl ein leichter Hagelschlag, als auch die etwas spätere Blüte,  die dann in eine Kaltphase kam,  führte zu einiger Verrieselung bzw. zum Ausfall einzelner Beeren.

25. September 2012 – Die ersten Rieslingtrauben wurden gelesen.

Auch wenn sich Anfang dieser Woche eine leicht unbeständige Witterung eingestellt  hat,  sind wir unverdrossen bei der Lese. Gestern Morgen mussten wir erst einmal die Lese absagen, da es doch zu feucht war.  Doch gegen 10 Uhr hatte sich das Wetter soweit stabilisiert, dass wir unsere ersten Rieslingtrauben für den Gutsriesling in der Mußbacher Eselshaut lesen konnten.  Das Ergebnis war sehr zufriedenstellend. Vollreife Trauben mit einem nicht zu hohen Mostgewicht von 85°Oechsle bei 8,8g Säure versprechen eine gute Basis für einen leichteren und dennoch geschmacklich intensiven Wein. Heute geht es nun in einen jüngeren Weinberg im Reiterpfad in Ruppertsberg, den wir ebenfalls für den Gutsriesling lesen wollen.  Inzwischen haben die Spätburgunder,  die vergangene Woche gelesen wurden,  schön mit der Gärung begonnen. Täglich zweimal werden sie untergestoßen, um die Beerenschalen in den Saft einzutauchen. Sie versprechen eine gute Farbe und einen fruchtigen Duft. 

 

21. September 2012 – Die Burgunder sind schon fast komplett gelesen.

Mit großen Schritten geht die Lese bei wirklich optimalen Bedingungen voran. Am Montag konnten wir den Grauburgunder einbringen:  kerngesund, vollreif mit 94° Oechsle und noch einer feinen Säure von über 7g und bis auf den geringen Ertrag von nur 48 hl/ha in jeder Hinsicht zufriedenstellend. Am Dienstag und Mittwoch kam dann der Weißburgunder Gutswein an die Reihe. Ähnliche Werte, nur ein wenig höhere Säure und zum Glück auch etwas besser bei dem Ertragsniveau. Mit unseren 25 Erntehelfern aus der Pfalz, Württemberg, Baden, Polen und Rumänien kommen wir in  großen  Schritten  voran. Die wenigen  nicht so schönen Beeren, die durch Sonnebrand im August oder einzelne ganz leichte Hagelschläge eingetrocknet sind,  werden schnell erkannt und mit der Schere entfernt, so dass wirklich nur absolut perfektes Lesegut auf die Kelter kommt. Die Reifeentwicklung verlief die letzten Tage noch sprunghaft nach oben. Am stärksten war dies beim Spätburgunder zu beobachten,  der in wenig Tagen in die die Vollreife kam und jetzt beginnt die allerersten überreifen Beeren zu zeigen. Am Mittwoch haben wir mit den ersten Weinbergen begonnen und sind dann am Donnerstag auch schon gleich in unsere Großen und Ersten Lagen gegangen,  um in jedem Fall die Überreife zu vermeiden, die bräunliche Farbe und süßlich, marmeladige Aromen zur Folge hätte. So lesen sich die Ernteergebnisse wie ein Wunschzettel. Ölberg 100° Oechsle und 8,2 g Säure bei bestem ph Wert, Idig 99° Oechsle und ebenso stabile Werte. Seit nun 5 Jahren bewirtschaften wir einen fast fünfzig Jahre alten Spätburgunder und Weißburgunder Weinberg im Bossigel, einem Teil des Biengartens  mit perfektem Kalkmergelboden und einer optimalen Südsüdostausrichtung. Die Trauben sind sehr klein- und lockerbeerig. Anfangs waren wir mit den Ergebnissen nicht so zufrieden. Die Trauben waren zwar optisch schön, doch hatten sie nicht den richtigen Geschmack und das zeigte sich auch im Wein. Doch von Jahr zu Jahr wurden die Aromen intensiver und der Geschmack ausdrucksstärker. Wir sind gespannt auf den Wein aus den köstlichen kleinbeerigen Spätburgundertrauben, die wir nach strengster Selektion ausschließlich reifer, jedoch nicht überreifer Beeren ebenfalls mit 100° Oechsle ernten konnten.   Heute wollen wir jetzt mit den Spätburgundern fertig werden. So entspannt und schnell wie die Lese dieses Jahr verläuft.  gönnen wir uns eine Wochenendpause, die jedoch mit Kundenbesuchen am Samstag und der Versteigerung in Bad Kreuznach am Sonntag durchaus ereignisreich werden wird.

17.September 2012 – Die Weinlese beginnt.

Besser kann das Wetter vor der Weinlese nicht sein. Sonnig, dennoch kühl, trocken und sogar der eine kräftigere Niederschlag war dringend notwendig,  um die Rebstöcke vor Trockenschäden zu bewahren. Die letzten Tage waren wir viel in den Weinbergen unterwegs, haben Trauben gekostet, den Zustand beobachtet und das Mostgewicht gemessen. Die Weinbaulehranstalt in Neustadt sagt sogar, dass die Trauben zu diesem Reifepunkt noch nie so gesund gewesen seien. Auch wenn wir das kaum glauben können, so ist doch sicher, dass die Trauben schon lange nicht mehr so frei von Fäulnis und mit einer so festen Beerenhaut ausgestattet waren wie zu Beginn  der diesjährigen Lese. Heute geht es nun endlich los. Wir starten mit dem Grauburgunder,  der schon durchweg vollreif ist und Mostgewichte um die 94° Oechsle aufweist.   Ab heute werden wir Sie wieder  mitfiebern lassen, bei dem Entstehungsprozess eines neuen Weinjahrgangs mit unseren Berichten aus der Weinlese.

29. AUGUST 2012  – DIE TRAUBEN WERDEN REIF!

Die Zeit vergeht im Flug und wir müssen uns entschuldigen, dass wir über die Ferienzeit ein wenig den Bericht aus unserem Weingut aus den Augen verloren haben. Gestern haben wir die erste große Runde durch die Weinberge gedreht,  um die Reife einschätzen zu können. Die Trauben sind schon recht süß, weich und haben eine schöne Farbe. Gleichzeitig ist aber die Säure noch sehr prägnant. Nicht dass wir darüber traurig wären -  das Gegenteil ist der Fall. Insgesamt sind wir ungefähr auf dem langjährigen Mittel der Reife und dabei 10 Tage hinter dem vergangenen Jahr zurück. Zusammen mit der Wettervorhersage für die kommenden Tage, moderat warm, kühle Nächte und wenig Niederschlag,  stimmt uns das sehr hoffnungsfroh. Ein paar wenige Weinberge hatten ja leider auch in diesem Jahr einen leichten Hagelschlag abbekommen. Wir dachten zunächst, dass dies nicht weiter schlimm sei, müssen jetzt aber feststellen, dass zwischen der betroffenen Südseite der Reben und der unbeschädigten Nordseite ein Unterschied von 10° Oechsle ist und die Trauben auch wesentlich grüner schmecken. Das wird dann doch eine kleinere Herausforderung für die selektive Handlese. Am kommenden Samstag laden wir Sie ganz herzlich ein bei der Premiere der Grossen Gewächse im Weingut Rebholz dabei zu sein.  Zusammen mit den Weingütern Rebholz und Wittmann zeigen wir den aktuellen Jahrgang.

10.Juli 2012 – Die Entwicklung schreitet mit großen Schritten voran.

Es ist immer wieder faszinierend wie explosionsartig die Entwicklung der Trauben nach der Blüte verläuft. Aus eben noch unscheinbaren Blütengescheinen werden in Windeseile kleine Trauben und dann ganz schnell erbsengroße Beeren. Natürlich war es abzusehen, dass einiges verrieseln würde, da die Blüte sich über eine gefühlte Ewigkeit hinzog. Bei dieser kühlen Witterung verläuft der Selbstbestäubungsprozess extrem verlangsamt. Dadurch werden viele Beeren nicht befruchtet und fallen zum größten Teil einfach ab. Grundsätzlich ist das großartig. Die Trauben werden klein- und lockerbeerig. Das Problem ist nur, dass der Vorgang völlig unbeeinflussbar ist. In 2010 mussten wir erleben, dass einzelne Trauben, die normalerweise aus 80-100 Beeren bestehen nur  10 aufwiesen, was so zu katastrophal niedrigen Erträgen führte. In diesem Jahr sieht es eigentlich ganz gut aus, viele kleinen Beeren und nur ganz wenige kompakte große Trauben. Einen großen Ertrag werden wir aber sicher nicht einbringen und so können wir uns in jedem Fall ertragsregulierende Arbeiten in größerem Stil ersparen. Nur einzelne Burgundertrauben, die jetzt schon sehr kompakt sind,  werden wir in den kommenden Tagen halbieren. Ansonsten hat uns die Natur diese Arbeit abgenommen. Schon während der Blüte haben wir die Traubenzone entblättert, um so die Trauben frühzeitig an die Sonne zu gewöhnen. Insgesamt viermal sind wir nun schon durch die Weinberge gegangen, um die Triebe geordnet im Drahtrahmen nach oben zu führen. Nun stand in dieser Woche der erste Laubschnitt an, mit dem die Triebspitzen gekappt werden.  Jetzt ist nur noch Feinarbeit von Nöten. Ein weiteres Mal gehen wir nun durch die Weinberge und brechen die Geiztriebe, die aus den Blattachseln wachsen aus, um so Verdichtungen zu vermeiden. Derzeit sieht es sehr gut aus aber es bleibt spannend.

 

14. Juni 2012 – Die Blüte zieht sich hin

Das ist dieses Jahr aber eine lange Schafskälte. Fast seit Blütebeginn vor 10 Tagen ist es permanent eher kühl und regnerisch. So sehr wir uns über den Regen freuen,  hätte dies nicht ausgerechnet zur Blüte sein müssen.  Durch die Kälte verläuft der Vorgang der Selbstbestäubung der Rebblüten verlangsamt ab. Wenn dies zu langsam abläuft,  fliegt der Pollen nicht auf den Stempel und es entsteht keine Beere.  Wenn das moderat passiert sind wir davon begeistert, da die Trauben locker werden und so eine natürliche Ertragsreduzierung eintritt.  Wir mussten aber 2010 lernen, dass es im schlimmsten Fall dazu führen kann, dass  von  80-100 Beeren nur  5-10 Beeren bestäubt werden und ausreifen, was teilweise zu massiven Ertragseinbußen führte und qualitativ keinen adäquaten Vorteil bringt.

Unsere Präsentationen in den vergangenen Wochen zusammen mit den Winzern der STK aus der Steiermark und der ÖTW aus Kamptal und Wagram in der Hofburg, in Kopenhagen mit unserem Importeur Barrique Vin sowie in Berlin im Tipi am Bundeskanzleramt, der VI. Gala Großer Weine von Wein und Glas,   waren ein großer Erfolg. Der deutsche Wein ist in der Mitte der Weinwelt angekommen und spielt unter den besten der Welt seine ihm gebührende Rolle. Wir sind froh Teil davon zu sein.

Gerade auch die Zusammenarbeit mit den österreichischen Kollegen bereitet uns große Freude, da wir davon überzuegt sind,  dass wir nur gemeinsam eine verständliche Klassifikation im deutschen Sprachraum schaffen können. Natürlich haben wir auch bei den Besuchen bei Fred Loimer und Michael Moosbrugger von Schloß Gobelsburg wieder neue Anregungen mitgenommen. Die Weinwelt ist eine große Familie.

 

26. Mai 2012  – Ereignisreiche Tage  

Die Zeit verfliegt gerade so. Noch eben haben wir uns mit dem etwas zaghaften Austrieb beschäftigt,  haben junge Weinberge im Idig und in Gimmeldingen gepflanzt und schon steht die Blüte bevor. Auf unsere Spätburgunderpflanzung im Idig sind wir ganz besonders gespannt. Wir haben verschiedene Selektionen aus dem Burgund erworben, die aus sehr alten qualitätsorientierten Beständen stammen. In Verbindung mit dem burgundischen Kalkmergel im Idig sollte uns dies in einigen Jahren spannende Weine schenken. Vorletzte Woche sind wir in den deutschen Weinbaugebieten und damit auch in den tieferen Lagen um Ruppertsberg mal wieder knapp einem Spätfrost entkommen. Die jungen Triebe sind besonders empfindlich. Schon -1° C können Ihnen zum Verhängnis werden. Leichte Senken aber auch andere Lagen,  in denen die Kaltluft aufgrund von Büschen nicht abfließen kann,  sind besonders gefährdet. Wenn dann noch eine sternenklare Nacht während der Eisheiligen hinzukommt, kann es schnell eine Katastrophe geben. Die Winzer,  die dort stark belegen sind,  haben in diesem Jahr versucht mit 5 Helikoptern die wärmere Luft aus höheren Schichten nach unten zu drücken. Dies scheint zu funktionieren, wäre aber in diesem Jahr nicht nötig gewesen. Zum Glück haben wir uns aus solchen Lagen fast völlig zurückgezogen, so dass wir mit größerer Ruhe die Entwicklung beobachten können. Letzte Woche haben wir nun unsere Großen Gewächse auf die Flasche gezogen. Noch vor 3 Wochen lagen sie auf der Feinhefe, hatten sich schon bestens von selbst geklärt, so dass die Abfüllung sehr schonend vonstatten gehen konnte. Hohe Mineralität gepaart mit feiner Reife versprechen viel Vergnügen. Nach den Probiertagen  am letzten Wochenende, verschiedenen Hausmessen bei Kunden und der Weinkost an diesem Wochenende sind wir natürlich etwas angespannt. Noch stehen Präsentationen in Kopenhagen, Berlin und Wien auf dem Kalender der kommenden Wochen, doch dann wird es allmählich ein wenig ruhiger werden. Wir freuen uns darauf.

19. April 2012 – Die Rebentwicklung schreitet nur langsam voran.

Nach einer wirklich sprunghaften Entwicklung im März und einer der kürzesten Mandelblüten seit vielen Jahren kam die Entwicklung der Natur und damit unserer Reben aufgrund des kühlen Wetters fast zu stehen. Gerade in den tieferen Gutsweinlagen sind die Knospen teilweise noch gar nicht geschwollen, von einem Austrieb kann keine Rede sein. Im Idig hingegen oder dem Weißburgunder im Gimmeldinger Biengarten sind schon kleine Blättchen entfaltet. Anfang dieser Woche kam es nochmal zu einem Nachtfrost zwischen 0°C in den sehr guten und bis zu -3°C in den tieferen Lagen. Wären diese genauso weit entwickelt wie die Spitzenlagen gewesen, hätte das schon wieder zu einem Frostschaden geführt. Glück gehabt!  Im langjährigen Mittel schwellen die Knospen nach den Aufzeichnungen des DLR Rheinpfalz in unserer Nachbargemeinde Mussbach, östlich in der Ebene gelegen, um den 5 April an. In diesem Jahr bereits um den 30. März. Doch der Zeitpunkt des Austriebs liegt dort im langjährigen Schnitt um den 20.  April. Diesen werden wir in diesem Jahr  nicht einhalten. So schnell kann sich ein Vorsprung in einen Rückstand verwandeln. Schaden tut das aber nichts, wir finden es durchaus besser,  wenn die Entwicklung nicht zu früh startet. Dies gab uns auch Gelegenheit in aller Ruhe die anstehenden Arbeiten zu Ende zu bringen. Früher als sonst haben wir in diesem Jahr bereits die Winterbegrünung aus Raps, Wicken und Roggen umgebrochen. Diese war vor dem Winterfrost schon schön entwickelt. Aufgrund der Trockenheit sehen wir aber zunehmend die Gefahr, dass wir zu einem späteren Zeitpunkt kaum noch einen guten Umbruch schaffen würden. So haben wir jetzt mit einem Tiefengrubber den Boden geöffnet und unter den Stöcken mit einem Scheibenpflug die Erde gelockert. Noch macht unseren tiefwurzelnden Reben die Trockenheit nicht zu schaffen. Aber auch wir würden uns über Regen freuen.  

 

5. April 2012    –  Der Frühling kommt mit macht und bringt uns ein wenig unter Druck

Die Vegetation ist mit den warmen Tagen der letzten Wochen geradezu explodiert. Noch vor drei Wochen lagen wir hinter dem langjährigen Mittel  um fast eine Woche zurück und heute sind wir schon fast eine Woche voraus.  Das stellt natürlich unsere Arbeitsorganisation vor Herausforderungen, da wir vor drei Wochen noch dachten viel Zeit für das  Biegen der Reben zu haben, die dann jedoch gar  nicht da war.  Bis Mitte kommender Woche wird aber auch das wieder erledigt sein. Gleichzeitig bearbeiten wir zum ersten Mal den Unterstockbereich mit einem Scheibenpflug und mulchen dabei die Winterbegrünung ein, um so aufgrund der Trockenheit nicht noch eine zusätzliche Wasserkonkurrenz zu haben.

 

 

28. März 2012   – Großer Anklang für Riesling in Italien

Am vergangenen Wochenende fand parallel zur Vinitaly in Margreid Im Cason Hirschsprung unseres befreundeten Kollegen Alois Lageder  die Summa 12 statt. Es war eine großartige Veranstaltung, geniales Wetter, ein wunderbarer Rahmen und viele, viele extrem interessierte Verkoster aus Gastronomie und Handel, vor allem aus Italien. Noch vor wenigen Jahren hätten wir nicht für möglich gehalten auf welche Resonanz unsere Weine mittlerweile südlich der Alpen stoßen.  In Weinbars in Florenz, Rom oder Palermo und in Sternerestaurants im ganzen Land finden sie großen Anklang.

22. März 2012   Die Mandelblüte steht in voller Pracht

Es ist geschafft, die Guts- und Ortsweine sind alle auf die Flasche gezogen. Doch so wie geplant war es dann doch nicht:  Noch vor Beginn der ersten Füllung mit unserer  neuen Abfüllanlage kam es zu einer Störung und so war bis der Fehler behoben werden konnte, die erste geplante Füllwoche verstrichen. Aufgrund der großartigen Leistungsfähigkeit unserer noch schonenderen Anlage konnten wir dann jedoch ab Freitag letzter Woche und bis zum heutigen Tag die geplante Abfüllung durchziehen.  Die Weine sind jetzt ab kommender Woche verfügbar und so können wir uns ganz auf die Weinberge konzentrieren.

In der Natur hat der Frühling jetzt fest das Regiment übernommen. Die Mandelbäume stehen in voller Pracht und schon ist eine Vielzahl von Besuchern in unserem pittoresken Dorf unterwegs.  Auch in den Weinbergen merkt man wie der Frühling einkehrt, die Begrünung wächst und die ersten kleinen Blumen blühen in den Zeilen. Die Reben beginnen zu bluten, wie wir sagen,  wenn der Saft einschießt. Jetzt gilt es schnell die letzten Reben zu schneiden, zu biegen und die Drähte zu richten. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und Ihre erste Verkostung des neuen Jahrgangs, der sich schon unglaublich offen zeigt.

 

11. März 2012 – Die ersten 2011er werden auf die Flasche gezogen

Morgen beginnt die erste große Abfüllwoche des neuen Jahrgangs. Sämtliche Gutsweine von Riesling, Weiß- und Grauburgunder, sowie Spätburgunder Rosé und Blanc de Noirs werden als erstes abgefüllt. Direkt danach ziehen wir auch die Ortsweine auf die Flasche.  In diesem Jahr nutzen wir erstmals eine noch schonendere Abfüllanlage, die wir  zusammen mit den befreundeten Weingütern Wehrheim, Ökonomierat Rebholz und dem Staatsweingut mit Johannitergut in Neustadt gekauft haben. Modernste Technik,  um den Wein möglichst unbeeinträchtigt in die Flasche zu füllen, die man sich als einzelnes Weingut so gar nicht erlauben kann, in der Gruppe jedoch erschwinglich wird. Die Lagenweine dürfen noch ein wenig im Fass ruhen, die Großen Gewächse gar noch auf der Hefe, um so aus deren Autolyse möglichst viele Inhaltsstoffe für einen langlebigen Wein zu entziehen. Natürlich sind die Weine dann länger verschlossen und  bei den anstehenden frühen Verkostungen  geschmacklich noch nicht auf dem Optimum. Doch wollen wir keine Weine für diese Verkostungen sondern für ein langes, möglichst intensives Weinerlebnis erzeugen. Auf der Prowein in Düsseldorf erhielten wir am letzten Wochenende ein erstes uns  bestätigendes Feedback. Wir können uns alle auf viele großartige, individuelle Geschmackserlebnisse mit dem Jahrgang 2011 freuen. Auch in der Natur bleibt die Zeit nicht stehen. Die ersten Mandeln blühen bereits seit ein paar Tagen. Noch sind es einzelne Bäume und nur wenige Blüten. Doch schon bald hat der Frühling die Pfalz fest im Griff und wir müssen uns bei aller Freude sputen die letzten Weinberge zu schneiden, Drähte und Pfähle auszubessern und die neuen Ruten zu biegen.

1. März 2012 – Die Abfüllvorbereitungen laufen auf Hochtouren

An der Weinstrasse kündigt sich endlich der Frühling an. Nach dem wir schon fast dachten der Winter wird dieses Jahr ganz mild verlaufen, schlug auch in der sonst so verwöhnten Pfalz der Frost zu, in einer Weise wie wir es kaum kennen. Eine so lange wirklich harte Frostphase auch über Tag kennen wir eigentlich nicht. Noch nie habe ich den Mussbach im Gimmeldinger Tal zugefroren gesehen.  Für die Weinberge kam dieses Wetter gerade richtig, denn noch waren sie in der „Winterruhe“. Etwas später schon hätte sicherlich der Saft in den Reben gestanden und ein harter Frost hätte manchen Schaden angerichtet.  Mit dem Rebschnitt sind wir nun fast am Ende und bereiten die Weinberge schon aufs Biegen vor. Auch im Keller ist in den letzten Wochen einiges passiert. Häufig haben wir die Weine probiert und uns stets Gedanken gemacht wann wir sie abstechen und filtrieren. In dieser Woche wurden schließlich alle Guts- und Ortsweine filtriert und füllfertig eingelegt.  Die Grossen Gewächse sollen noch ein wenig auf der Feinhefe bleiben, um aus dem Reduktions- und Zersetzungsprozess der Hefen möglichst alle Inhaltsstoffe aufzunehmen.  Die 2011er präsentieren sich elegant und stoffig, feinwürzig und mit zarter Fruchtsäure. Es kann wirklich ein sehr guter Jahrgang werden. Wir freuen uns auf die Füllung Ende März. Damit ist dann wieder ein Schritt getan und schon bald können die jungen Weine auch bei Ihnen auf dem Tisch für Erfrischung sorgen.

13. Januar 2012 – Die Jungweine entwickeln sich prächtig!

 Gestern war es endlich so weit. Der ersten Verkostung aller Jungweine sieht man als Winzer immer mit großer Aufregung entgegen. Natürlich hat man mit der Zeit die Erfahrung, dass man schon in etwa eine Vorstellung von den künftigen Weinen bekommt, wenn man die Trauben sieht, die man in selektiver Lese in das Kelterhaus bringt. Natürlich  verkostet man im Keller immer wieder während der Gärkontrolle jedes Fass. Aber dennoch, dem Tag,  an dem alle Proben in Flaschen gezogen  in Reih und Glied im Probierraum stehen und gemeinsam verkostet werden,  sieht man mit besonderer Aufregung entgegen. Nun war es also gestern so weit. Die Weine sind intensiv, mineralisch, dicht gewoben. Sie sind lang. Und obgleich die Analysen das nicht vermuten lassen von einer animierenden Säure geprägt. Es wird immer mehr deutlich, dass Analysen nur Hilfswerte sind.  Wenn im letzten Jahr die Säure analytisch unglaublich hoch war und dann bei weitem nicht so  intensiv schmeckte, so ist es in diesem Jahr genau umgekehrt. Die Säuren sind analytisch viel weicher als man sie sensorisch wahrnimmt. Schön ist es festzustellen, dass die Königsbacher Lagen Idig und Ölberg auch in diesem  Jahr wesentlich stärker von salzig- kräutrigen und mineralischen Aromen geprägt sind  als die Buntsandsteinweine von Ruppertsberg. Die Gimmeldinger Weine zeigen mit zunehmendem Alter des Weinbergs auch sehr viel Mineralik. Am meisten überrascht haben uns die Deidesheimer Lagen Paradiesgarten und vor allem der Langenmorgen, der in diesem Jahr eine für Deidesheim fast schon untypische Intensität von Feuerstein aufweist. Noch sind alle Wein trüb, doch die ersten Gutsweine werden wir Anfang Februar bereits auf die Flasche ziehen. Natürlich ist das früh, doch in diesem Jahr war auch die Ernte einen Monat früher,  so dass wir von der Richtigkeit überzeugt sind. Wenn dann die erste gefüllte Flasche des neuen Jahrgangs auf dem Tisch steht,  dann wird das für uns der nächste aufregende Termin sein, an dem Sie dann auch schon teilhaben können.

Wir freuen uns über unsere Auszeichnungen und Bewertungen in den jüngsten Weinführern:

EICHELMANN 2012:   IDIG 2010 GG – KLASSIKER DES JAHRES und Riesling trocken mit  der höchsten Bewertung  des Jahrgangs überhaupt.” “Seit Jahren gehört das Weingut zur Pfälzer Spitze, selbst die “einfachen” Weine sind hier zuverlässig gut.” So hatten wir es vor über 10 Jahren formuliert, so kann man es heute noch stehen lassen. Auch wenn man präzisieren muss: Sowohl die “einfachen” Weine, wie auch die Spitzenweine – die Großen Gewächse” sind noch besser geworden.”

IDIG 2010 GG  mit 96/100 Pt. der beste trockene Riesling des Jahrgangs überhaupt  und auch für die übrigen Weine durchweg  ausgezeichnete Bewertungen.   “Auch die kleinen Weinen überzeugen” – IDIG 2010  unter den TOP 10 des Jahrgangs und durch die Bank ausgezeichnete Bewertungen für die gesamte Kollektion

9. November 2011 – Klassiker des Jahres

Natürlich muss man von Weinbewertungen sagen, dass diese doch sehr subjektiv sind. Man kann ihnen zustimmen oder sie verwerfen. Als Winzer kann man sich mehr und mehr davon emanzipieren und wie wir uns das angewöhnt haben den Weg gehen, den man für seine Weinberge und Weine für den richtigen hält. Dennoch, und das glaube ich geht einem jeden meiner Kollegen so, freut man sich über gute und ärgert sich oder wird nachdenklich, je nach dem wie diese Kritik ausgesprochen wird, über schlechte Bewertungen. Dieses Jahr gilt für uns, dass wir uns uneingeschränkt freuen können und dieses Lob als Bestätigung und Ansporn nehmen. Ganz besonders hat uns gefreut, dass wir gestern die Auszeichnung „Klassiker 2012“ im Rahmen der Vorstellung des neuen Eichelmanns entgegennehmen konnten. Die Freude ist besonders groß, wenn man bedenkt um welche Art Auszeichnung es sich handelt. Es wird damit weder ein einzelner Wein noch die Arbeit eines Weinjahres gewürdigt. Vielmehr werden herausragende, über viele Jahre hinweg gleichmäßig Große Weine aus einer Lage ausgezeichnet mit dem Ziel „die großen Lagen“  Deutschlands zu definieren. Wir nehmen diese Auszeichnung stellvertretend für unseren großartigen Weinberg im Idig entgegen. Im neuen Eichelmann heißt es:  “Seit Jahren gehört das Weingut zur Pfälzer Spitze, selbst die “einfachen” Weine sind hier zuverlässig gut.” So hatten wir es vor über  10 Jahren formuliert, so kann man es heute noch stehen lassen. Auch wenn man präzisieren muss: Sowohl die “einfachen” Weine,  wie auch die Spitzenweine – die Großen Gewächse – sind noch besser geworden.” Und keine Frage, dass unser Idig die höchste Bewertung aller trockenen Weißweine und damit natürlich auch aller Rieslingweine des Jahrgangs aus ganz Deutschland im Eichelmann und darüber hinaus auch in dem Portal Wein-Plus und auf Nikos Weinwelten erhielt, nehmen wir bei aller Distanz ebenso mit größter Freude zur Kenntnis. Dies gilt auch für die Tatsache, dass sogar der uns gegenüber doch eher kritische Gault-Millau sich in das Lob einreiht.

2. November 2011 – Nach der Lese

Inzwischen ist wieder der Alltag bei uns eingekehrt und nach dem langen Wochenende über Allerheiligen sind die Kräfte auch wieder regeneriert. Direkt nach Abschluss der Lese haben wir die letzten Stöcke Chardonnay im Idig gerodet. Das Stück von 1600m2 wurde nun mit einem tiefen Rigolpflug bearbeitet,  um den Boden kräftig zu lockern und den hoffentlich einsetzenden Frost des Winters zur weiteren Lockerung zu nutzen. Im Frühjahr wollen wir hier Spätburgunderreben pflanzen, die wir uns im Burgund besorgt haben. Es handelt sich um eine klassische „sélection massale“. Dabei werden aus alten Anlagen, die vor der Klonenselektion gepflanzt wurden,  Stöcke nach verschiedenen Kriterien markiert und später vermehrt. So erhält man kleine, lockerbeerige Trauben mit einem natürlichen Ertrag von nur 30-35 hl/ha. Wir sind gespannt und werden darüber noch berichten.  Die Rotweine wurden schon in die Barrique und Holzfässer umgelegt und das Kelterhaus „eingemottet“. Das bedeutet, dass alle Geräte wieder grundgereinigt, gewartet und verräumt wurden. Nun kann der Winter kommen, doch noch strahlt die Landschaft in ihren bunten Farben und nur in der Ebene ist das Weinlaub erfroren und abgefallen. Noch trägt  die Pfalz also ihr schönstes Kleid und Besucher wie Einheimische freuen sich daran.

13. Oktober 2011  – Geschafft: Eine erste Bilanz!

Gestern haben wir schließlich unsere letzten Trauben der Weinlese 2011 eingebracht. Selbst die nachgetriebenen Trauben aus unseren beiden Frostweinbergen konnten uns absolut zufriedenstellen: Weißburgunder mit 90° Oechsle und Riesling mit 87°. Auch das macht deutlich was 2011 letztlich doch für ein besonderes Weinjahr ist. Selbst die nachgetrieben Trauben der im Mai erfrorenen Weinberge kamen bereits Mitte Oktober zur vollen Reife. Insgesamt ein sehr  versöhnlicher Ausgang dieses doch wieder aufregenden Weinjahres voller Höhen und Tiefen. Auf einen frühen Austrieb verbunden mit einem großartigen Frühjahr,  folgte der jähe Rückschlag des Maisfrostes, der so seit über 50 Jahren nicht vorkam. Darauf folgte ein mittelmäßiger Sommer, der jedoch die Reben nicht wirklich zu beeindrucken schien. Alles entwickelte sich problemlos weiter. Schließlich die aufregende Phase Mitte August mit Gewitterstürmen und Starkregen, die jedoch weitestgehend an der Mittelhaardt vorbeigezogen sind.  Dennoch waren diese Wochen stets mit Hoffen und Bangen verbunden. Doch dann wurde alles geheilt durch die Gnade dieses großartigen Spätsommerwetters, das uns nahezu durch die gesamte Weinlese begleitete. So hat der Jahrgang letztlich doch noch eine Chance sich in die großen 11er Jahrgänge einzureihen.  Wir sind schon sehr gespannt auf die ersten Jungweinverkostungen. Wir werden an dieser Stelle auch künftig im zweiwöchigen Rhythmus über unsere Arbeit in Keller und Weinberg  wie auch über die Erlebnisse in unserem Gut berichten. Wir freuen uns über interessierte Leser und die Kommentare, die wir auch jetzt schon reichlich erhielten. Ihre Familie Christmann und Mitarbeiter

6. Oktober – Dem Ende nahe!

Es ist schon ein ganz anderes Gefühl, wenn man durch den Keller geht, fast alle Fässer sind verschlossen und die Gärpfeifen musizieren um die Wette. Im vergangenen Jahr sah es ganz anders aus. Gestern lief alles wie geplant. Der letzte Reiterpfad konnte vollreif eingebracht werden. Heute werden noch drei kleinere Weinberge hier in Gimmeldingen gelesen und dann werden wir, so wie es aussieht ,  rechtzeitig mit der normalen Lese fertig bevor gegen Abend das Regengebiet aus dem Norden kommt.Jetzt steht für morgen das Abpressen der Rotweine auf dem Programm und dann kommt ein Wochenende ohne Arbeit. Das hat sich das ganze Team auch verdient.  Kommende Woche wollen wir dann an die Geiztrauben aus unseren beiden vom Frost betroffenen Anlagen gehen.  Auch diese haben von dem großartigen Herbstwetter profitiert und schmecken schon reif bei ca.  80 ° Oechsle, jedoch noch mit prononcierter Säure. Ich setze jetzt mit dem Tagebuch ein wenig aus und melde mich zurück sobald die letzten Trauben in die Kelter kommen.

5. Oktober 2011 – Vier Schritte vor, einer zurück.

Wenn ich noch gestern berichtetet habe, dass es im Kapellenberg dann doch wesentlich schneller ging als erwartet, dann kann ich heute vom Gegenteil berichten. Die Lese in der Nussbien in Ruppertsberg ging nur im Schneckentempo voran. Der Weinberg ist einer der wenigen, die wir nicht am Anfang der Lese vorgelesen haben. Das hat sich nun gerächt. Wesentlich mehr Fäulnis. Vor allem aber ist die Fäulnis, die sich nach der Vorlese gebildet hat fast ausschließlich beste Edelfäule, die davor war häufig mit Essigfäule durchsetzt.  Nun ja, da war eben nochmals unsere Lesetruppe gefordert. Auch haben wir uns nichts vorzuwerfen, da wir natürlich Prioritäten setzen mussten und so ein paar Gutsweinberge eben zurückgestellt wurden.

Nun, unser Leseende am morgigen Donnerstag vor dem Regengebiet scheint jedenfalls nicht gefährdet, wenn wir heute nicht nochmals so einen Einbruch erleben. Dies scheint jedoch ausgeschlossen, da die Weinberg bereits vorgelesen sind. Also das Ergebnis von gestern war in Ordnung. Nussbien Riesling mit 97° Oechsle und 7,5g Säure. Für Gutswein mehr als geeignet. Heute geht’s in den Reiterpfad. Die letzte Erste Lage.

 

4. Oktober 2011  -  Das Ende ist abzusehen.

 Manchmal plant man und plant und dann kommt es doch anders. Gerade mit dem Leseprogramm ist es so eine Sache. An einem Tag denkt man alles ginge  sehr schnell und dann fängt man an und es ist als ob man mit dem Fahrrad in Sand fährt und stecken bleibt. Gestern  war es genau umgekehrt. Wir hatten noch ein ganz schönes Stück im Idig zu lesen und dann wollten wir den Anfang im Kapellenberg machen. Alles lief wie geschmiert und so sind wir im Idig schon am Vormittag fertig geworden. Vollreif, gesund mit ganz geringen feinen Botrytisbeeren und „nur“ 97° Oechsle. Damit ist unser wichtigster Weinberg komplett gelesen. In jedem Fall ein gutes Gefühl. Danach der Kapellenberg und anders als erwartet wurden wir mit dem Weinberg von 1 Hektar komplett fertig. 96° Oechsle 7,5 g Säure, ebenfalls optimal. Heute lesen wir nun einige Gutsweinberge im Reiterpfad und in der Nussbien in Ruppertsberg. Ein gutes Tagesprogramm. Aber eines können wir jetzt sicher sagen: Vor dem angekündigten Wetterumschwung im Laufe des Donnerstag,  werden wir mit der normalen Lese fertig. Spannend wird nur noch wann wir die Geiztrauben aus den beiden Frostweinbergen lesen können.

3. Oktober 2011  -  Mit neuer Kraft in den Endspurt

Für unser Leseteam war gestern um 14 h Schluss, so dass alle einen wirklich geruhsamen Sonntag bei großartigem Spätsommerwetter genießen konnten. Auch das Kellerteam hatte bereits um 17 h statt der sonst üblichen 20-21h Schluss, so dass wenigstens ein ruhiger Abend rausgesprungen ist. Mit doch wieder wenigstens halbaufgeladenem Akku geht es in in die Endphase der Lese. Im Kalkbuckel benötigen wir noch etwa 3 Stunden, dann geht es in den unteren Kieselberg,  einen älteren Weinberg im Gimmeldinger Kapellenberg mit fast einem Hektar, den wir jedoch heute nicht ganz zu Ende bringen werden. Das Ende ist nun abzusehen, so haben wir die Hoffnung, dass wir vor dem vorhergesagten Regengebiet fertig werden. Es wird aber knapp. Alle wichtigen Weinberge werden jedoch sicher zu Hause sein. Morgen wollen wir  den Rest von Kapellenberg und Reiterpfad ernten und übermorgen dann noch drei Gutswein-Weinberge in Ruppertsberg , Nussbien und Reiterpfad, sowie die Trauben, die der Frost im Linsenbusch verschont hat. Donnerstag dann das gleiche hier im Schlössel in Gimmeldingen, dann kann der Regen kommen… Mal sehen ob wir unser Programm wie geplant schaffen.

2. Oktober 2011  – Nur ein Halbtagesprogramm

Auch Langenmorgen und Paradiesgarten haben uns nicht enttäuscht, schöne Trauben und eine optimale Reife. Im Idig haben wir im Kalkbuckel angefangen und heute Morgen noch ein wenig weiter gelesen. Doch heute Nachmittag machen wir eine Pause. Das vierte Wochenende ohne Unterbrechung hinterlässt bei uns allen seine Spuren. Also durchschnaufen und das schöne Wetter genießen.

1. Oktober 2011   – …und wieder scheint die Sonne.

Die Lese im Königsbacher Ölberg ging zügig voran, so dass wir am späten Nachmittag noch einen Weinberg in der Ruppertsberger Nußbien, nur wenige hundert Meter vom Ölberg entfernt mit gänzlich anderem Boden, lesen konnten. Während der Ölberg genau passend knapp über 100° Oechsle bei guter Säure und gutem ph-Wert lag, war es in der Nußbien mit 104° Oechsle schon fast zuviel, jedenfalls für den Gutswein,  dessen Bestandteil er ja werden soll. In der Kombination mit den früher gelesenen Lagen wird es  dennoch passend werden. Der Gewürztraminer steht noch auf der Maische, um so alle Aromen aus den Beeren zu ziehen. Morgen früh ist es dann so weit,  dass er abgepresst werden kann. Heute Morgen wollen wir nun unsere Premier und Grand Crus  in Deidesheim, den Paradiesgarten und den Langenmorgen lesen.  Danach geht es in den Kalkbuckel im Idig, dem letzten großen Stück in unserer absoluten Spitzenlage. Es bleibt ein Wettlauf gegen die steigenden Mostgewichte.

30. SEPTEMBER 2011  – JETZT GEHT’S IN DEN ÖLBERG

Auch der gestrige Tag brachte in vollem Umfang die von uns erwünschten Ergebnisse- und eine Überraschung!  Zunächst haben wir den Weinberg Fürstenweg zu Ende gelesen, der zum Gimmeldinger Biengarten gehört.  Schöne Trauben, in ordentlicher Menge und genau auf dem richtigen Reifepunkt. Danach sind wir wieder in den Idig gegangen und haben uns nun den Rolandsberg mit seinen Mauerterrassen im süd-westlichen Teil des Weinbergs vorgenommen. Neben sehr vielen großartig gereiften gesunden Beeren, gab es auch einige perfekte Edelfäule. Die Reife der gesunden Beeren machte uns gleich klar, dass die 5-10% Botrytis das Mostgewicht zu sehr nach oben schieben würden.  Also war klar,  dass wir die Trauben trennen mussten. Ergebnis: Neben 2000 l potentiellem Großen Gewächs mit 98° Oechsle konnten wir 400 l Idig Auslese mit 136° Oechsle und pikanter Säure von 10,5g/l einbringen.  Es wird gleich klar, dass wir mit allen Trauben gemeinsam deutlich über unser Alkholziel hinaus geschossen wären.Gegen Abend wollten wir dann noch unsere wenigen Reihen Gewürztraminer im Biengarten lesen.  Doch auch hier beginnt die Edelfäule, so dass wir ebenfalls genau sortieren mussten und nicht fertig wurden. Also geht es heute Morgen erneut in den Gewürztraminer, -  vielleicht  wird es in diesem Jahr eine Auslese. Danach geht es in den Ölberg, der verspricht nahtlos an die tollen Weine der Vorjahre anzuknüpfen. Es bleibt spannend und wir geben weiter Vollgas, da Mitte kommender Woche eine Unsicherheit in der Wettervorhersage ist. Bis dahin soll alles Wichtige im Keller sein.

29. SEPTEMBER 2011   -   WEITER GEHT ES MIT ELAN

Mit unserer Entscheidung in den Mandelgarten zu gehen, lagen wir gestern goldrichtig. Mit vollreifen Trauben, minimaler Botrytis und einem Mostgewicht von 97° Oechsle, haben wir eine Punktlandung hingelegt. Auch die beiden Weinberge im Biengarten entsprachen genau unseren Vorstellungen: Steigenacker 94° Oechsle und Fürstenweg 95°. Wir werden die beiden Weinberge zunächst getrennt ausbauen, um dann im Frühjahr bei der Jungweinverkostung die endgültige Entscheidung zu treffen, wie sie am besten zusammenpassen. Heute geht es zunächst nochmals in den Fürstenweg. Das weitere Programm steht aber noch nicht fest. Wir haben ein paar Optionen im Kopf, die es noch abzuwägen gilt. Ölberg oder noch mal in den Idig? Ich fahre jetzt gleich mit Martin Eller und Jaqueline Hammel in den Weinberg,  um den weiteren Leseplan festzulegen. Martin Eller ist nun in seiner 10ten Ernte in unserem Gut; Jaqueline Hammel kam nach ihrem Studium in Geisenheim erst in diesem Sommer zu uns, war aber zuvor schon einmal als Praktikantin hier. Der Austausch untereinander, mit der Mischung aus Erfahrung und neuen Erkenntnissen ist extrem wertvoll, um diese Entscheidungen zu treffen, die häufig doch ein wenig aus dem Bauch heraus fallen.

28. SEPTEMBER 2011 – …..UND DER ZWEITE FOLGT SOGLEICH….

Das weiterhin großartige Wetter bereitet uns allen große Freude. So herrscht gerade in unserem Leseteam mit dreißig Erntehelfern beste Stimmung. In diesem Jahr sind wir wieder eine bunte Mannschaft. Der Kern stammt natürlich aus Gimmeldingen und Umgebung und genauso selbstverständlich besteht er aus den fast schon zur Familie gehörenden  Helfern aus Polen. Bunt wird es aber erst richtig durch die Studenten der Universität Kaiserslautern,  die aus so weiter Ferne wie Vietnam und Kamerun stammen. Doch das großartige Wetter hat auch seinen Preis. Wie bereits befürchtet, steigen die Mostgewichte nun doch deutlich an. Derzeit sind sie  perfekt, doch allzu lange dürfen wir nicht warten, da es sonst schnell des Guten zuviel werden kann. Im Reiterpfad, der stets besonders zur Bildung von Edelfäule neigt, waren wir denn auch gezwungen die Botrytis komplett auszusortieren, um so das Mostgewicht bei 100° halten zu können. Aufregend war für uns auch die erste Ernte im Gimmeldinger Kapellenberg.  In einem Weinberg, in dem wir früher Spätburgunder und Cabernet stehen hatten, wurde vor 4 Jahren ein Riesling mit einem alten, von uns wiederentdeckten Klon aus dem Idig gepflanzt.  Die Beeren sind sehr würzig, klein und säurereicher als viele andere Rieslingtrauben. Der Most aus diesen kerngesunden Trauben lief mit 101° von der Kelter und soll nun spontan im Stückfass vergären. Wir freuen uns auf die Probe des Jungweins. Doch jetzt geht es weiter im langen Endspurt in den Mandelgarten und den Biengarten in Gimmeldingen.

27. SEPTEMBER 2011 – DIESES WAR DER ERSTE STREICH…..

Die erste Partie aus dem Idig,  die sich für ein Großes Gewächs eignet,  ist eingebracht. 3000 kg exzellente Trauben, hochreif, gesund und nahezu ohne jede Botrytis konnten wir gestern im unteren Idig lesen. Die letzten zehn Meter am Hangfuß jedoch waren völlig anders – mit doch beträchtlicher Botrytis und Edelfäule -  so dass wir diese aussortieren mussten. Der Most mit fast 100° Oechsle und 8,5 g Säure schmeckt köstlich und so sind wir auf den Wein mehr als gespannt.Jetzt gilt es die richtigen Entscheidungen zu treffen, denn auch diese Idig Trauben hatten wir noch vorgestern nur mit 93° im Weinberg bestimmt. In dieser Phase ist  es immer sehr schwierig die richtigen Voruntersuchungen durchzuführen. Auch innerhalb des Weinbergs gibt es beträchtliche Reifeunterschiede. So sind beispielsweise die Trauben auf dem Kalkbuckel ganz oben im Idig noch nicht so weit. Es zeigt sich dann doch, dass der Geschmack der Beeren und der optische Zustand der Reife die wichtigen Parameter für die Entscheidungen sind.  Jetzt gilt es jeden Weinberg genau zu beobachten und von Tag zu Tag, fast von Stunde zu Stunde neu nachzudenken, was man als nächstes macht.  Heute geht es nun in den Reiterpfad. Wir sind gespannt.

26. SEPTEMBER 2011  - JETZT GEHT ES IN DIE HEISSE PHASE

Bei diesem großartigen Altweibersommer ist die Weinlese eine wahre Freude. Zum Glück haben wir alle wesentlichen Weinberge am Anfang der Lese einmal durchgesehen und so werden im Moment perfekte Trauben vollreif und es besteht allenfalls die Gefahr, dass man über das Ziel hinausschießt und zu hohe Mostgewichte einfährt. Gestern am, 25. September 2011, haben wir unsere Grau- und Weißburgunder für die Ortsweinkategorie gelesen. Wir mussten dabei schon jedes Botrytisbeerchen entfernen, um nicht deutlich über 100° Oechsle zu kommen. Heute, am Montag, geht es nun zunächst in den Gimmeldinger Biengarten Weißburgunder, eine Anlage mit fast 50-jährigen Weißburgunderreben auf Kalkboden. Die Trauben schmecken köstlich intensiv und so wird es höchste Zeit unseren Premier Cru im Weißburgunderbereich einzufahren.Am Nachmittag geht es dann zur ersten Komplettlese für den Idig. Hochreif, aber noch nicht überreif verspricht er wieder ein ganz großartiger Wein zu werden.  Wir sind schon sehr gespannt und in Vorfreude.

 

20. SEPTEMBER 2011 – DIE WEINLESE GEHT IN DIE MITTLERE PHASE

Nach der Vorlese in allen Ersten Lagen sind wir nun seit dem 19. September 2011 mitten in der Lese der Guts- und Ortsweine. Die Trauben schmecken sehr intensiv und haben eine mittlere Säure. Zum Glück ist auch der Ertrag höher als 2010, so dass wir hoffen in diesem Jahr besser die Wünsche unserer Kunden befriedigen zu können. Die Trauben unserer Weiß- und Grauburgunder sind sehr gesund und vollreif.  Nun geht es an die Spätburgunderweinberge für unseren Gutswein, doch schon ab dem 23. September werden wir die Ortsweine der Burgundersorten lesen. Die Rieslingtrauben aus unseren klassifizierten Lagen hängen derzeit sehr gesund und schon schön reif. Wir nutzen noch das optimal kühle aber trockene Herbstwetter,  um die Aromen zu optimieren und werden wohl ab dem 26. September 2011 an die Lese der Premier Crus gehen.

10. SEPTEMBER 2011 – DIE WEINLESE 2011 HAT BEGONNEN

Der wirklich sommerliche Frühling hat nun eine der frühsten Weinlesen der Geschichte zur Folge. Ähnlich vom Datum wie 2003 , doch die Trauben und damit wohl auch die Weine sind überhaupt nicht vergleichbar. Anders als 2003 hatten wir einen eher unterkühlten Sommer, der jedoch nicht so kühl war, dass die Reben nicht mehr weiter wuchsen. Gleichzeitig war es aber nicht so heiß, dass die Trauben in Trocken- und Hitzestress kamen. Vielmehr hatten wir schon fast die herbstliche Kühle des Spätsommers,  was für die Aromenbildung großartig war. Nun sind wir seit dem 8. September in der Lese und bringen überraschende Qualitäten ein. Der Saint Laurent liegt schon komplett im Keller und ist tieffarbig, fast schwarz und intensiv vom Duft. Derzeit sind wir in der Vorlese der Ersten Lagen und können schon vollreife Trauben mit leichtem Anteil von Edelfäule ernten. Das Ergebnis:  93° Oechsle und noch eine schöne Menge kerngesunder, aromenreicher vollreifer Trauben am Stock,  die noch einige Tage zur weiteren Reife nutzen können.