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09. Juni 2017

Die Rebblüte - Zeit der Laubarbeiten

9. Juni 2017 - Die Rebblüte

 

Es ist in jedem Jahr gewaltig, mit welch großen Schüben die Reben wachsen können. Jedes Jahr nimmt man sich vor für das kommende personell gerüstet zu sein, doch was auch immer man vorsieht, die Arbeitsspitze in dieser Zeit bleibt gewaltig und letztlich sind es immer zwei bis drei Wochen, in denen man der Arbeit hinterherläuft.

 

Doch wir wollen uns nicht beklagen, die Reben stehen großartig. Zunächst hatten wir jedoch einen Schrecken zu verkraften: Frost -  selbst in besseren Lagen. Die Reben waren früh ausgetrieben und so natürlich sehr empfindlich. Als dann in den frühen Morgenstunden Ende April die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sanken, kam es zu empfindlichen Schäden. Sicher gibt es Regionen, die es schlimmer erwischt hat, dennoch kennen wir hier solche Frostschäden nicht und sind doch einigermaßen betroffen. Inzwischen treiben die ruhenden Augen der Reben wieder aus, ohne jedoch Fruchtansätze zu zeigen. Im kommenden Jahr wenigstens wird der Ertrag wieder normal sein. Wieviel wir dieses Jahr verloren haben, muss man abwarten.

Nach dem kühlen Mai verlief zunächst der Austrieb noch langsam, doch mit dem wärmeren Wetter und den Niederschlägen der letzten Tage, die auch die Trockenheit linderten, explodierten die Reben förmlich. Jetzt gilt es schnell die Triebe in den Drahtrahmen einzustecken, um das Abbrechen von ganzen Ruten im Wind zu vermeiden. Schnell muss es dann auch ans Entblättern der Traubenzone gehen.

Der Zeitpunkt während der abgehenden Blüte ist dafür ideal. Durch das Entblättern kommt es zu einer leichten Verrieselung. Einzelne Beerchen verblühen nicht und so wird die Traube später schön locker. Natürlich hat man etwas weniger Ertrag, aber dafür gesündere Trauben, die sich nicht abdrücken und auch besser durchlüftet sind. Schließlich gewöhnen sich die Beeren schon früh ans Sonnenlicht und sind so später auch weniger empfindlich gegen Sonnenbrand.  Später dann, Anfang August, nehmen wir dann noch das ein oder andere nachgewachsene Blatt heraus, um so die Trauben nur moderat der Sonnen auszusetzen. So liegt noch einiges an Handarbeit vor uns. Das gute Blütewetter jedenfalls ist vielversprechend und so freuen wir uns auf den Sommer in der Pfalz.