Aktuelles

10. September 2015

Die Lese beginnt.

Früh begann in diesem Jahr die Lese bei uns im Gut. Nur einmal – und nicht wie man vermuten könnte im Jahr 2003, sondern im Jahr 2007 haben wir schon früher mit der Lese begonnen. Das zeigt auch den wesentlichen Unterschied zu 2003, das sicher noch ein wärmeres Jahr war aber auch noch viel trockener. In diesem Jahr profitierten wir von den kräftigen Winterniederschlägen und von der langjährigen biodynamischen Arbeit in unseren Weinbergen seit nun schon 12 Jahren. Die Wasserspeicherkraft der Böden und das reiche Bodenleben hielten unsere Weinberge in guter Verfassung.

Ein weiteres Faktum hat uns zur relativ frühen Lese bewogen: Wir haben dem Traum vom hohen Mostgewicht endgültig abgeschworen. Mussten wir 2013 und 2014 die Lese fast schon aus der Not die Trauben kerngesund nach Hause zu bringen früh beginnen, tun wir dies in diesem Jahr aus völlig freien Stücken, denn schöner hingen die Trauben selten um diese Zeit. Wir sind viel im Weinberg unterwegs und kosten unzählige Beeren und so reifte der Entschluss an die Lese zu gehen, denn die Trauben sind sehr aromatisch und reif. Wir haben nun schon die ersten Weiß-, Grau- und Spätburgunder gelesen. Der Spätburgunder soll in dieser Woche sogar komplett gelesen werden.

Bei dem herrlichen Wetter und den völlig makellosen Trauben geht es fix. Wenn wir in manchen Jahren mit Müh und Not mit unseren 28 Lesern gerade mal einen halben Hektar ernten konnten, waren es gestern gar 1,6 ha und heute werden es ähnliche viele Trauben werden. Perfekte reife bis vollreife, doch keinesfalls überreife Trauben, das ist heute unser Ideal, das wir anstreben, um präzise klare und dennoch fruchtig trinkfreudige Weine zu erzeugen. Genauso wie wir die roten, festen, säurefrischen Erdbeeren den süßen, säurearmen und dunkelroten vorziehen, so ist es auch bei den Trauben. Voraussetzung ist natürlich ein harmonischer Weinberg mit moderatem Ertrag.

Der Anfang ist gemacht, jetzt geht es Tag für Tag daran die Arbeit eines Jahres einzufahren. Hier können Sie wieder mit uns fühlen, sich freuen und manchmal, hoffentlich nicht so oft, auch von unseren Sorgen erfahren.Die