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31. August 2018

Die Weinlese hat begonnen

Dieses Jahr ist das 22. Jahr, in dem ich in unserer Familie die Weinlese verantworte, immer noch unterstützt durch meinen Vater mit seinen 89 Jahren und nun schon im dritten Jahr mit Unterstützung von Sophie. Es ist schon verrückt. Kein Jahr gleicht dem anderen. Jede Weinlese ist eine neue Herausforderung. So auch die im Jahr 2018.

 

Natürlich haben auch Sie diesen außergewöhnlichen Sommer erlebt. Natürlich war er bei uns im Südwesten am Rhein nicht so außergewöhnlich wie im Norden und im Osten. Nicht so viel wärmer und nicht so viel trockener als normal. Bis Mitte Juli hatten wir noch den Niederschlag des langjährigen Mittels, doch seit Anfang August macht sich die Trockenheit auch in der Pfalz bemerkbar.

Nun sind wir seit letzten Montag voll am Lesen. So früh wie noch nie. Nochmals ein wenig früher als 2017. Ein Rekord nach dem anderen. Dennoch ist auch 2018 wieder anders als 2017. Die Mostgewichte sind hoch aber doch auch wieder nicht so hoch wie man denken würde. Da im Verhältnis dazu die physiologische Reife jedoch weiter vorangeschritten ist, und wir uns heute mehr an pH und Säure als am Zucker orientieren, haben wir uns entschlossen, bereits Ende August mit fast 30 Lesehelfern zu starten.

 

Sektgrundwein aus Spät- und Weissburgunder, Gutsweine vom Weissburgunder und Muskateller waren die ersten Aufgaben. Alles kerngesund, vollreif mit moderatem Mostgewicht, noch spürbarer Fruchtsäure und gutem pH-Wert. Dieser rückt für uns immer mehr in den Fokus, da er für uns stärker als die Zuckerreife die Aromen- und Lesereife bestimmt.

Auch die Top Spätburgunder aus Idig und Ölberg und ein Gutteil des Gutsspätburgunders haben wir schon im Keller. Perfekt gereift ohne überreif zu sein. Alles geht flott von der Hand. Die jungen Weinberge auf leichteren, eher sandigen Böden kamen mit Hitze und Trockenheit nicht so gut zu recht. Diese haben wir jetzt schon vorab nach Hause geholt.

Heute und morgen lesen wir jetzt vor und entlasten einzelne Stöcke, wobei wir  auch welke Trauben meist junger Stöcke auf den Boden schneiden. Dabei kommen wir schnell voran, was uns in der kommenden Woche helfen wird.

Morgen geht es so weiter und dann freuen wir uns erstmal auf die Erstverkostung der Großen Weine des Jahrgangs 2017 am Samstag mit unseren Freunden Eva Wittmann-Clüsserath und Philipp Wittmann von Mosel und Rheinhessen, der ganzen Familie Fröhlich von der Nahe und Hansjörg und Birgit Rebholz mit Hans und Valentin und auch auf Benjamin Peifer vom Restaurant Intense in Kallstadt, das gerade heute im „Der Feinschmecker“ zum Restaurant des Jahres gekürt wurde. Alle so qualitätsversessen wie wir. Das wird bestimmt großartig bevor es kommende Woche weiter geht.

Ich freue mich, wenn Sie uns in den nächsten Tagen wieder folgen. Wir halten Sie auf dem Laufenden zwischen Hoffen und Bangen.