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17. August 2016

Ein durchwachsener Sommer

Das ist schon ein Jahr, das uns Winzer, vor allem aber die ökologisch wirtschaftenden ziemlich fordert. Bis Ende Juli hatten wir fast den Niederschlag des gesamten letzten Jahres und dabei sind wir noch glimpflich davon gekommen, da es in so manchem Gebiet fast ein Drittel mehr geregnet hat.

Zu dieser Jahreszeit ist Regen eigentlich gar nichts schlechtes, in anderen Jahren haben wir uns so manches Mal über die Trockenheit beklagt. Doch ist es auch hier wie bei allem, die Dosis macht’s. Zu viel Regen führt zu übermäßigem Wuchs der Kräuter und Gräser vor allem auch unter dem Stock, zu schlechter Befahrbarkeit, mit der Gefahr, den Boden wirklich zusammen zu fahren und zu verdichten und schließlich - am schlimmsten -  zu einer großen Fäulnisgefahr. Diese ständig feuchten Bedingungen liebt der falsche Mehltau so richtig.

Eigentlich ist dieser Pilz an der trockenen Mittelhaardt und gerade hier im südlichen Teil mit den hohen Tag-Nacht-Unterschieden schon fast ein Unbekannter, doch in diesem Jahr lief er auch hier zur Hochform auf. Nur mit sehr sehr intensiver Laubarbeit , um eine luftige Laubwand zu bekommen und wöchentlichen Pflanzenschutzbehandlungen - die uns im Ökoanbau zur Verfügung stehenden Mittel wirken nur schwach und oberflächlich - konnten wir der Sache Herr werden.

Alles in allem sind wir ganz zufrieden. Die Trauben waren glücklicherweise bei uns fast überhaupt nicht befallen, doch kann man heute schon sagen, dass der Ertrag geringer als üblich ausfallen wird, da auch die Blüte teilweise bei kaltem Wetter zu unbestäubten Beeren führte. So wurden die Trauben locker und oft auch kleinbeerig.

Einen Vorteil haben wir dennoch: Kühle Jahre versprechen die mineralische Frische, die wir für unsere Weine suchen. Die Lese wird eher spät sein.  Die entscheidenden Wochen stehen uns jetzt noch bevor. Der Jahrgang hat qualitativ nach wie vor alle Möglichkeiten.  Wir werden von jetzt an wieder regelmäßig berichten.