Aktuelles

15. September 2018

Eine gute Woche geht zu Ende.

Die entscheidende Woche in der Weinlese 2018 neigt sich langsam dem Ende zu. Eigentlich ist es ja eine Lese ohne richtigen Druck und ohne wirkliche Probleme.

 Immer mehr rückt für uns die Bedeutung des optimalen Lesetages  in den Vordergrund. Man kann das ganze Jahr alle Arbeiten im Weinberg bestens ausführen, natürlich ist alles zeitgebunden, aber der Zeitrahmen ist nicht so eng. Wenn dann die Trauben im Keller sind, kann eigentlich auch nicht mehr so viel passieren. Legt man jedoch den Erntetag zu früh fest,  hat man unreife, grüne Aromen. Ist er zu spät, dann verliert der Wein aufgrund der Überreife wiederum Präzision und Frische, Salzigkeit und den Geschmack des Weinbergs.

Gerade in einem Jahr wie in diesem, kann der Zeitkorridor sehr eng sein. Innerhalb weniger Tage erreichen die Trauben ihre volle Reife und die Überreife steht schon vor der Tür. Jetzt gilt es schnell zu sein. So eine Woche hatten wir in unseren besten Gimmeldinger, Neustadter und Königsbacher Lagen. Während Ruppertsberg in der Reife noch zurück liegt, vielleicht weil die Weinbergsböden dort vom leichten Buntsandstein geprägt sind,erreichen die Trauben in Königsbach, Gimmeldingen und Neustadt schon die volle Reife. Ein Sommelier eines Pariser Sternerestaurants erklärte uns dieser Tage, dass  man in Frankreich von einer“ blocage de maturité“  spricht, wenn bei hohen Temperaturen die Reben die  Arbeit einstellen und erst nach einer Abkühlung wieder starten. So werden wir dort erst kommende Woche an die guten Lagen gehen.

Wir haben die Tage hier auch viel über das Bauchgefühl gesprochen. Wenn wir die Trauben probieren, dabei prüfen, ob sie geschmacksintensiv sind , ob die Säure reif aber präsent ist, ob die Spannung der Beeren nicht nachlässt, dann muss man zu einer Entscheidung kommen:  ist es am nächsten Tag soweit oder muss man noch warten?

Am Montag haben wir es gewagt. So haben wir die Lese zunächst im Idig vom Kalkbuckel am Pavillon, über die wurzelrechten Reben, die Terrasse, den Rolandsberg  und schließlich zum unteren Idig begonnen. Drei volle Tage, anstrengend, stets voll motiviert durch köstliche Trauben mit der genau richtigen Reife. Donnerstag  dann Meerspinne im Mandelgarten, Vogelsang, am Freitag den Ölberg und Teile des Biengartens und des Kapellenbergs.

Jetzt sind die Fässer gefüllt und das ist wirklich ein gutes Gefühl. Noch sind wir natürlich nicht ganz fertig, doch mit dieser Woche dem Ziel ein gewaltiges Stück näher gekommen,  wieder feine Weine zu erzeugen.