Aktuelles

17. September 2015

Es regnet.

Das braucht kein Mensch. Den ganzen Sommer hätten wir uns über jeden Tropfen gefreut, jetzt ist jeder Tropfen einer zuviel. Endlich hat es heute Nachmittag aufgehört. Noch betrachten wir das mit einer ganzen Portion Gelassenheit, doch gleichzeitig steigt natürlich auch die Anspannung. Werden die Trauben das aushalten? Doch zunächst ein paar Fakten: Ab Anfang September bis heute Mittwoch 15 Uhr hatten wir im ganzen September 23 l Niederschlag. Viel sollte jetzt nicht mehr runter kommen. Das hält sich verglichen mit den anderen Regionen noch im Rahmen. Dennoch sind auch wir darüber nicht glücklich.

Die besondere, eher trockene Situation an der Mittelhaardt – mit dem Haardtgebirge im Westen – zeigt dieser Tage seine absoluten Vorteile. Gerade gestern, wo andernorts fast die dreifache Regenmenge herunter kam, zogen die starken Niederschlagsfelder westlich des Jura nach Norden, hielten sich weiter westlich der Vogesen und dann westlich des Haardtgebirges. Nur wenige Wolken kamen über den Bergkamm und so über die Weinregion. Manchmal ist es ein Fluch, wenn man sich nach Regen sehnt. In der Lesezeit jedoch gerät uns diese geographische Besonderheit zum Vorteil.

Auch sind wir inzwischen wegen des guten Leseverlaufs schon weit fortgeschritten. Mehr als die Hälfte der Weinberge sind schon gelesen. Das beruhigt natürlich auch ein wenig. Jetzt können wir schnell reagieren und haben auch schon geplant Ende der Woche die ersten Grossen Lagen zuernten, einen Teil des Idig und die Hälfte des Reiterpfad. Die Moste im Keller beginnen langsam zu gären und schmecken großartig. Wir nutzen die Regenpause um einiges Liegengebliebene zu erledigen. Die Rotweine werden untergestoßen und die Weißweinfässer beschriftet. Ein paar Bestellungen gepackt und dann auch mal früher Feierabend… Morgen soll es weiter gehen, zunächst den letzten Teil vom Ruppertsberger Ortswein und dann in ein paar Gimmeldinger Ortsweinlagen. Dann wird es langsam ernst, wenn es an die großen Weinberge geht