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13. November 2018

Weinlese 2018 - Ein erstes Resümee

Ganz Europa hat einen außergewöhnlichen Sommer erlebt. Auch hier im Süden Deutschlands, war es wärmer als sonst, wenn auch nicht ganz so ungewöhnlich heiß und trocken wie im Norden Europas. Bis Mitte Juli hatten wir noch den Niederschlag des langjährigen Mittels, doch seit Anfang August machte sich die Trockenheit auch in der Pfalz bemerkbar.

Am 27. August haben wir dann so früh wie noch nie angefangen zu ernten. Noch ein wenig früher als 2015 und 2017. Ein Rekordjahr nach dem anderen. Dennoch ist auch 2018 wieder anders als 2017. Die Mostgewichte sind hoch aber doch nicht so hoch, wie wir befürchtet haben. Auch die Säure war zum Glück deutlich höher, als anfangs angenommen.

Während dieser Ernte haben wir hier viel über Bauchgefühl gesprochen. Wenn wir die Trauben probieren, dabei prüfen, ob sie geschmacksintensiv sind, ob die Säure reif aber präsent ist, ob die Spannung der Beeren nicht nachlässt, dann muss man zu einer Entscheidung kommen:  ist es am nächsten Tag soweit oder muss man noch warten?

Insgesamt rückt für uns die Bedeutung des optimalen Lesetages zunehmend in den Vordergrund. Nichts ist so entscheidend für die Qualität eines großen Weines, wie der Zeitpunkt, zu dem die Trauben geerntet werden. Legt man den Erntetag zu früh fest, hat man unreife, grüne Aromen. Ist er zu spät, dann verliert der Wein aufgrund der Überreife wiederum Präzision und Frische, Salzigkeit und insgesamt den Geschmack des Weinbergs.

Gerade in einem Jahr wie in diesem, kann der Zeitkorridor sehr eng sein. Um jüngere Stöcke zu entlasten und später bei optimaler Reife mit ausschließlich perfekten Trauben schnell zu sein, haben wir unsere Weinberge dieses Jahr intensiv vorgelesen. Wenn dann die Reife kommt geht es schnell. Innerhalb weniger Tage erreichen die Trauben ihre volle Reife und die Überreife steht schon vor der Tür. Deshalb gilt es dann sehr schnell zu sein. Etwas, das uns bei fast 100% Handlese nur mit einem großen Team von inzwischen mehr als 30 Lesehelfern gelingt.

Man sieht auch, wie wichtig und positiv die biodynamische Bewirtschaftung für unsere Weinberge ist. Die Wurzeln gehen tief in die Erde, die Reben sind so weniger von Trockenheit geplagt und die Harmonie lässt auch in einem ertragsstärkeren Jahr nur ausgewogene Erträge zu, gerade so viel, wie die Rebe auch gut ernähren kann. So reiften unsere Trauben kontinuierlich auch an den heißen und trockenen Tagen weiter.

In diesem Jahr gingen die Moste auch erstaunlich schnell in die Spontangärung und sie verläuft sehr zügig. Bis auf drei Nachzügler sind schon alle unserer Tanks durchgegoren. Was wir beim Probieren riechen und schmecken, gefällt uns schon sehr gut.  Deshalb können wir zufrieden sein und dankbar. Dankbar für die Unterstützung durch unsere Mitarbeiter und Lesehelfer, dankbar aber auch für eine in jeder Hinsicht zufriedenstellende Ernte.